Heute ist der 10.06.2026. Wenn wir über Altersvorsorge sprechen, dann ist das ein Thema, das viele von uns beschäftigt – und das nicht nur in den großen Städten, sondern auch hier in Stuttgart. Die Frage, wie wir im Ruhestand finanziell abgesichert sein können, ist entscheidend. Aber was sind die eigentlichen Gefahren, die wir dabei im Blick behalten sollten? Experten warnen vor einer eher unsichtbaren Bedrohung: strukturellen Fehlannahmen in unserer Planung. Klingt kompliziert? Ist es aber nicht.
Eine der größten Herausforderungen für Ruheständler ist die Inflation. Tatsächlich wird Inflation als das dominierende Risiko identifiziert, und die Annahme einer langfristigen Inflationsrate von rund 2 % könnte schon bald der Vergangenheit angehören. Höhere Inflationsraten verringern die reale Kaufkraft unserer Entnahmen. Das bedeutet, dass selbst wenn unser Portfolio nominal stabil bleibt, wir uns mit weniger Geld im Alter begnügen müssen. Und die traditionellen Entnahmepläne? Die könnten unter hohen Inflationsraten schlichtweg scheitern.
Veränderte Märkte und Unsicherheiten
Doch das ist noch nicht alles. Die Korrelationen an den Kapitalmärkten verändern sich ebenfalls. Viele von uns verlassen sich darauf, dass Aktien und Anleihen negativ oder schwach positiv korreliert sind. In Zeiten hoher Inflation oder geldpolitischer Veränderungen können jedoch beide Anlageklassen gleichzeitig fallen. Das ist ein Grund mehr, um unsere Anlagestrategien zu überdenken.
Die Unsicherheit über zukünftige Aktienrenditen ist ein weiteres großes Thema. Viele Ruhestandsmodelle basieren auf historischen realen Renditen von 6–7 % pro Jahr. Doch diese Zeiten könnten vorbei sein. Experten, die das „Global Investment Returns Yearbook 2024“ unter die Lupe genommen haben, prognostizieren für die nächsten 30 Jahre eine inflationsbereinigte Rendite von gerade einmal 4 bis 4,5 %. Das ist ein gewaltiger Unterschied zu den 6,8 %, die die Babyboomer seit 1950 erzielt haben. Die Generation X kam auf 5,4 % und die Millennials müssen sich mit 4,5 % begnügen.
Die Folgen für unsere Planung
Was bedeutet das konkret für unsere Altersvorsorge? Nun, Überentnahmen in den frühen Ruhestandsjahren können dazu führen, dass die Portfoliobasis geschmälert wird. Das macht spätere Erholungen umso schwieriger. Ruhestandsinvestoren müssen sich also auf ein komplexeres Umfeld einstellen. Es reicht nicht mehr aus, einfach die Anleihequoten zu erhöhen. Wir brauchen ein Portfolio, das Robuste, cashflow-starke Qualitätswerte enthält und dazu in der Lage ist, auch Inflationsphasen zu überstehen.
Deshalb ist es ratsam, die eigenen Inflations- und Renditeannahmen zu überprüfen. Auch realistische Stressszenarien und mögliche Anpassungen der Entnahmeraten sollten auf den Prüfstand. Und das alles ohne in hektische Umschichtungen zu verfallen – denn das könnte uns mehr schaden als nützen.
Die Realität der Altersvorsorge
Über 30 Millionen Versicherte in Deutschland erhalten jährlich einen Brief mit der sogenannten „Renteninformation“. Darin wird die voraussichtliche Höhe der Rente aufgezeigt. Doch Achtung: Diese Beträge verlieren durch die Inflation an Kaufkraft, was bedeutet, dass wir uns auf zusätzliche Einkünfte einstellen sollten. Ein ETF-Auszahlplan oder eine Lebensversicherung könnten da wertvolle Ergänzungen sein.
Also, was bleibt uns? Eine bewusste Planung, die die Risiken im Blick hat. Und ganz ehrlich, auch wenn die Zahlen und Prognosen manchmal erschreckend wirken – wir sollten dennoch nicht in Panik verfallen. Es gibt Möglichkeiten, die eigene Altersvorsorge zu sichern, auch in unsicheren Zeiten. Ein breit gestreutes, kostengünstiges Aktienportfolio langfristig zu halten und regelmäßig zu investieren, könnte der Schlüssel sein. So haben wir die Chance, den Herausforderungen der Zukunft besser zu begegnen.