Die Altersvorsorge in Kanada steht aktuell im Fokus der politischen Diskussionen, und das nicht ohne Grund. Die Bundesregierung hat sich vor der Sommerpause einiges vorgenommen. Es geht darum, die finanzielle Unterstützung für die Bürger zu verbessern und gleichzeitig das Bundesdefizit um Milliarden jährlich zu reduzieren. Eine echte Herausforderung, die natürlich nicht ohne Widerstand vonstattengeht.

Die Old Age Security (OAS) ist eine bundesweite Leistung, die ab 65 Jahren an Senioren ausgezahlt wird. Hierbei variieren die monatlichen Zahlungen je nach Einkommen, Alter und Wohnsitz. Kritiker wie die Organisation Generation Squeeze sind besorgt darüber, dass wohlhabendere Senioren Zahlungen erhalten, obwohl sie diese nicht wirklich nötig haben. Das führt natürlich zu Spannungen und Fragen, wie man die Mittel gerechter verteilen kann. Aktuell wird geschätzt, dass die OAS-Zahlungen im Haushaltsjahr 2025-2026 etwa 66,9 Milliarden Dollar kosten werden – das ist ein ganz schöner Brocken!

Die Reformvorschläge

Dr. Paul Kershaw von Generation Squeeze sieht jedoch Licht am Ende des Tunnels. Er ist optimistisch, dass durch Reformen die Leistbarkeit der Altersvorsorge verbessert werden kann. Ein Hauptvorschlag ist die Umverteilung der OAS-Leistungen von einkommensstärkeren zu einkommensschwächeren Personen. Das klingt nach einer fairen Lösung, oder? Um die Unterstützung gezielter zu gestalten, wird vorgeschlagen, die Einkommensgrenze für den schrittweisen Abbau der OAS-Leistungen von 185.000 auf 100.000 Dollar für Paare zu senken. So könnten Rentner unter der Armutsgrenze jährlich 5.000 Dollar mehr an OAS-Leistungen erhalten.

Die Einsparungen für die Bundesregierung könnten sich auf 7 Milliarden Dollar jährlich belaufen und bis 2030 auf 9 Milliarden Dollar steigen. Diese Gelder könnten in wichtige Bereiche fließen: Mietzuschüsse, Unterstützung für Studierende, und sogar 10-Dollar-Kita-Plätze! Die Möglichkeiten sind vielfältig und die Unterstützung der Bevölkerung scheint gegeben zu sein. Eine Umfrage zu Beginn des Jahres ergab, dass fast drei Viertel der Befragten die Reformen unterstützen, solange sie zur Bekämpfung der Altersarmut und zur Senkung der Lebenshaltungskosten verwendet werden.

Das Volksrentensystem

Um das Ganze besser zu verstehen: Das Volksrentensystem in Kanada wurde bereits 1952 eingeführt und umfasst drei verschiedene Leistungsarten. Zu den Leistungen gehören die Volksrente, ein Zuschlag für Mindesteinkommen sowie ein Zuschuss. Anders als in vielen anderen Ländern werden diese Leistungen nicht durch Beiträge, sondern aus dem Steueraufkommen finanziert. Ab 65 Jahren haben kanadische Staatsbürger und legale Einwohner Anspruch auf die Volksrente, vorausgesetzt, sie haben mindestens 10 Jahre in Kanada gelebt. Bei längeren Aufenthalten außerhalb Kanadas erhöht sich diese Frist auf 20 Jahre.

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Die Höhe der Rente wird entsprechend der Anzahl der Jahre des gewöhnlichen Aufenthalts in Kanada festgelegt – ein Konzept, das sicherlich für viele nachvollziehbar ist. Interessant ist, dass seit 01.07.2022 Personen ab 75 Jahren eine um 10 % erhöhte Volksrente erhalten. Das scheint ein Schritt in die richtige Richtung zu sein. Auch während des Bezugs der Rente dürfen die Empfänger arbeiten, allerdings kann ein Teil der Rente zurückgezahlt werden, wenn ein bestimmtes Einkommenslimit überschritten wird.

Die Canada Pension Plan (CPP)

Ein weiterer wichtiger Aspekt des kanadischen Rentensystems ist die Canada Pension Plan (CPP), die 1966 ins Leben gerufen wurde. Sie gilt für alle Provinzen, außer Quebec, und umfasst Invaliden-, Alters- und Hinterbliebenenleistungen. Hier werden die Beiträge je zur Hälfte von Arbeitgeber und Arbeitnehmer getragen, was für viele Beschäftigte bedeutet, dass sie aktiv für ihre Rente sparen. Der aktuelle Beitragssatz steigt bis 2023 von 9,9 % auf 11,9 %. Das sind keine kleinen Beträge, die da zusammenkommen!

Die Altersrente aus der CPP soll 25 % des durchschnittlichen Einkommens während des Arbeitslebens ersetzen. Und das Schöne ist: Man kann die Rente vorzeitig mit Abschlägen in Anspruch nehmen, was für viele ein willkommenes Angebot ist. Die Lohnersatzquote wird zudem schrittweise auf 33 % erhöht. Das sind alles Maßnahmen, die darauf abzielen, den Rentenempfängern ein Stück mehr Sicherheit zu geben.

Egal, wie man es betrachtet, die Reformen in der Altersvorsorge sind notwendig – sowohl für die aktuellen Rentner als auch für zukünftige Generationen. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Diskussionen entwickeln und welche Maßnahmen letztlich umgesetzt werden. Wer weiß, vielleicht wird die Altersvorsorge bald das Thema sein, über das alle reden!