Heute ist der 9.06.2026 und das Thema Altersvorsorge ist wieder in aller Munde. Vor allem die Riester-Rente, die seit ihrer Einführung im Jahr 2002 als staatlich geförderte Form der privaten Altersvorsorge gilt, sorgt für Diskussionen. Ursprünglich gedacht, um die gesetzliche Rente aufzufrischen und das sinkende Rentenniveau zu kompensieren, ist sie jedoch in den letzten Jahren ins Wanken geraten. Besonders Verbraucherschützer warnen vor den Risiken, die mit Garantieprodukten verbunden sind. Union Investment sieht sich inmitten dieser Debatte mit ungerechtfertigter Kritik konfrontiert und möchte seine Erfahrungen aus der fondsgebundenen Riester-Rente in neue Produkte einfließen lassen.
Das Unternehmen hat angekündigt, ein Nachfolgerprodukt anzubieten, das sowohl mit als auch ohne 100-prozentige Garantie erhältlich sein wird. Jochen Wiesbach von Union Investment hat betont, dass diese neuen Produkte auf den bisherigen Erkenntnissen basieren. Aber halt – was ist eigentlich mit den Garantien? Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg warnt eindringlich, dass solche Garantien oft zulasten der Rendite gehen können und eine trügerische Sicherheit suggerieren. In der Beratung wird darauf hingewiesen, dass eine Garantie durchaus Rendite kosten kann. Hier entsteht ein Spannungsfeld zwischen den Wünschen der Anleger und der Realität der Märkte.
Die Bedenken der Verbraucherschützer
Das Problem mit den Garantieprodukten wird immer klarer. Während der Finanzkrise und zu Beginn der Corona-Pandemie traten die Schwächen solcher Modelle deutlich zutage. Anbieter sind gezwungen, in schwachen Börsenphasen Geld aus Aktien abzuziehen, was die Rendite langfristig drückt. Nauhauser äußert daher Bedenken zur Qualität der Produkte, solange keine konkreten Details vorliegen. Er kritisiert die dynamische Portfolio-Absicherungsstrategie von Union Investment und warnt, dass Kapitalgarantien in langfristigen Vorsorgeprodukten teuer sind und oft mit geringen Aktienquoten einhergehen.
Union Investment hat sich zwar für die Abschaffung des Garantiezwangs eingesetzt, bietet aber dennoch Garantieprodukte an, um den Kundenwünschen gerecht zu werden. Wie viel das am Ende den Anlegern bringt, bleibt abzuwarten. In der Beraterschulung wird betont, dass Transparenz über Renditechancen und Risiken unerlässlich ist. Doch wie viel Transparenz gibt es wirklich? Das ist die Frage, die viele Verbraucher umtreibt.
Der neue Weg zur Altersvorsorge
Im Rahmen der Altersvorsorgereform plant Union Investment, neue Produkte nach dem Altersvorsorgereformgesetz zu launchen. Neben einem Standardprodukt auf ETF-Basis sollen auch zwei aktiv gemanagte Vorsorgeprodukte unter dem Namen „UniVorsorge“ angeboten werden. Diese Produkte sind ab dem kommenden Jahr exklusiv über genossenschaftliche Banken erhältlich und der Ausgabeaufschlag entfällt. Das klingt doch erst mal vielversprechend, oder?
Doch auch hier meldet sich Verbraucherschützer Nauhauser zu Wort und äußert Skepsis gegenüber aktivem Management. Oft führt das, so seine Erfahrung, zu schlechteren Ergebnissen. Das gesetzlich vorgeschriebene Standardprodukt, das Anbieter anbieten müssen, soll keine klassischen ETFs enthalten. Stattdessen plant Union Investment, aktive ETFs anzubieten, was die Debatte um die Qualität und die Rendite der Produkte weiter anheizt.
Wichtige Aspekte der Riester-Rente
Die Riester-Rente, benannt nach Walter Riester, dem ehemaligen Bundesarbeitsminister, ist eine von mehreren Formen der geförderten Altersvorsorge in Deutschland. Neben der Rürup-Rente und der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) gibt es auch ungeförderte Angebote, die oft bessere Renditechancen und mehr Flexibilität bieten. „Riestern“ wird durch staatliche Zulagen und Sonderausgabenabzug gefördert, die später allerdings der Einkommenssteuer unterliegen. In der Ansparphase wird ein festgelegter Betrag eingezahlt, auf den staatliche Zuschüsse folgen.
Allerdings, und das ist wichtig, Eigenes Sparen ist erforderlich, um gefördert zu werden. Wer also denkt, er könnte sich einfach zurücklehnen und auf die staatliche Rente hoffen, der irrt. Um die Zulagen ungekürzt zu erhalten, muss der Gesamtsparbeitrag 4% des rentenversicherungspflichtigen Bruttoeinkommens des Vorjahres betragen. Das kann schnell eine Herausforderung sein, wenn man nicht aufpasst.
Insgesamt bleibt es spannend zu beobachten, wie sich die neuen Produkte von Union Investment entwickeln werden und ob sie den Wünschen der Kunden gerecht werden können, ohne dabei den Blick auf die Risiken zu verlieren. Die Diskussion um die Altersvorsorge wird uns wohl noch eine Weile begleiten.