Wenn wir über das Thema Altersvorsorge sprechen, müssen wir vor allem die demografischen Veränderungen im Blick haben. Laut dem Wissenschaftlichen Institut der PKV (WIP) leben in Deutschland aktuell etwa sechs Millionen Menschen über 80 Jahre. Und das ist noch nicht alles – Prognosen sagen, dass diese Zahl bis 2050 auf rund zehn Millionen ansteigen wird. Wahnsinn, oder? Dabei ist der Erhalt der Muskulatur entscheidend für die Mobilität im Alter. Ab 50 Jahren beginnt der Körper ohne gezieltes Training, Muskulatur abzubauen. Man könnte sagen, Bewegung ist das A und O, aber tatsächlich zeigt eine Studie des WIP und der Versicherungskammer eine besorgniserregende Kluft zwischen dem Wissen und dem Handeln in Bezug auf Gesundheit.

80 Prozent der befragten Personen halten regelmäßige Gesundheitschecks und Bewegung für wichtig, doch im Schnitt investieren sie nur etwa 2,5 Stunden pro Woche in ihre Gesundheit. Das ist ein bisschen wie die guten Vorsätze zum Jahreswechsel – viele reden davon, aber die Umsetzung bleibt oft auf der Strecke. Ganz besonders ergiebig ist es, wenn man hört, dass 32 Prozent der Befragten angeben, es fehle an finanziellen Mitteln für Gesundheitsmaßnahmen. Und das gilt nicht nur für die Gesundheit, sondern auch für die private Altersvorsorge – fast die Hälfte (47 Prozent) der Befragten nennt finanzielle Engpässe als Grund für unzureichende Vorsorge. Frank Wild vom WIP bringt es auf den Punkt: Es liegt nicht am Bewusstsein, sondern an der Umsetzung.

Die Notwendigkeit von Vorsorge

Weltweit nimmt die Zahl der älteren Menschen rasant zu. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird sich der Anteil der über 60-Jährigen bis 2050 weltweit sogar verdoppeln. Das bedeutet, dass Regierungen und Institutionen gefordert sind, geeignete Lebenswelten zu schaffen, die den Bedürfnissen älterer Menschen gerecht werden. Besonders in Deutschland und Österreich gibt es eine Vielzahl von Initiativen, um spezielle Vorsorge- und Pflegeeinrichtungen aufzubauen. Nehmen wir zum Beispiel die geplanten Gesundheitschecks für Männer ab 35 Jahren. In Österreich wird ein organisiertes Prostatakrebs-Screening für Männer ab 50 Jahren eingeführt – das könnte vielen helfen, frühzeitig zu handeln.

Aber das ist nur die Spitze des Eisbergs. Jährlich erkranken rund 276.000 Männer in Deutschland neu an Krebs, und die häufigste Form ist Prostatakrebs. Die gesetzlich Versicherten haben ab 35 Jahren Anspruch auf regelmäßige Gesundheitschecks. Dennoch ist es erschreckend zu hören, dass nur jeder dritte Mann in der Zielgruppe diese Vorsorgeangebote nutzt. Offenbar gibt es hier noch viel zu tun. Und während die Bundesgesundheitsministerin Nina Warken gerade erst eine steuerliche Förderung für private Pflegevorsorge ankündigt, bleibt die Frage, wie wir diese Angebote in die Gesellschaft integrieren können.

Gesundes Altern als Chance

Die Alterung der Bevölkerung ist also nicht nur ein deutsches Phänomen, sondern betrifft uns alle. In der Europäischen Region der WHO wird bis 2050 sogar mit einer Verdreifachung der über 80-Jährigen gerechnet. Das ist ein klarer Aufruf zu sofortigen Maßnahmen. Die WHO verfolgt einen zweigleisigen Ansatz: Einerseits sollen Sofortmaßnahmen zur Verbesserung von Gesundheit und Pflege für ältere Erwachsene ergriffen werden, andererseits müssen langfristige Investitionen in förderliche Umfelder für künftige Generationen getätigt werden. Dr. Natasha Azzopardi Muscat von der WHO macht deutlich, dass wir Altern nicht als Herausforderung, sondern als Chance betrachten sollten.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Und genau hier liegt die Chance für uns alle! Es geht um die Schaffung altersfreundlicher Umgebungen, die Förderung von gesundem Altern und die Entwicklung nachhaltiger Pflegeversicherungsysteme. Auf internationaler Ebene wird bereits an einer Strategie gearbeitet, die die Rechte älterer Menschen berücksichtigt und auf Geschlechtergleichheit sowie auf Solidarität zwischen den Generationen setzt. Das klingt alles sehr vielversprechend, aber die Umsetzung ist letztlich das, was zählt.

Schließlich, und das ist nicht zu unterschätzen, leiden in Deutschland etwa 30 Prozent der Erwachsenen unter Schlafproblemen. Eine gesunde Nachtruhe könnte also auch einen großen Beitrag zur Verbesserung der Gesundheit im Alter leisten. Wenn wir uns alle ein bisschen mehr um unsere Gesundheit kümmern und die Herausforderungen des Alterns als Chance nutzen, können wir vielleicht nicht nur besser altern, sondern auch die Lebensqualität für alle erhöhen.