Jasmin Gohle, 66 Jahre alt, hat ein bewegtes Leben hinter sich. Fast 40 Jahre hat sie gearbeitet, mehr als zwei Jahrzehnte in der Industrie und über zehn Jahre in der Gebäudereinigung. Doch die letzten Jahre waren alles andere als leicht. Aufgrund gesundheitlicher Probleme, insbesondere Gleichgewichtsstörungen, ist sie erwerbsgemindert. Ihre Rente? Eine schmale Summe von 628 Euro. Damit lässt sich in der heutigen Zeit kaum leben. Gerade einmal 750 bis 800 Euro monatlich hat sie zur Verfügung, nachdem mehr als 200 Euro für Kranken- und Pflegeversicherung abgezogen wurden. Ein Spagat, der nicht nur finanziell, sondern auch emotional sehr belastend ist.

Nach einer Privatinsolvenz, die nun zum Glück beendet ist, steht sie finanziell bei null. Der erste Gang zur Tafel war für sie ein schwerer Schritt. Die Scham, Hilfe annehmen zu müssen, nagte an ihr. Aber Jasmin hat sich entschieden, offen über ihre Situation zu sprechen. Für sie war das Insolvenzverfahren nicht nur ein bürokratischer Akt – es war lebensnotwendig. Heute fühlt sie sich befreit und stolz auf den Weg, den sie gegangen ist. Manchmal genießt sie es, in günstigeren Cafés zu sitzen, anstatt in teuren Lokalitäten. Ihr größter Wunsch? Ein Urlaub in Holland. Aber das bleibt vorerst ein Traum.

Die Schatten der Vergangenheit

Es ist leicht, sich vorzustellen, wie es ist, in solch einer Situation zu stecken. Die Unsicherheiten, die Fragen: Was passiert mit der Altersvorsorge? Viele Menschen in finanzieller Notlage stellen sich genau diese Frage. Die gesetzliche Rentenversicherung, die Jasmin durch ihre jahrzehntelange Arbeit angespart hat, ist grundsätzlich nicht pfändbar – auch nicht in der Insolvenz. Das gibt ein wenig Sicherheit, immerhin bleibt der Anspruch auf die Rente bestehen. In der Wohlverhaltensphase, die in der Regel drei Jahre dauert, ist die gesetzliche Rente geschützt, solange die Pfändungsgrenzen eingehalten werden. Das ist ein kleiner Lichtblick in einem ansonsten trüben Bild.

Doch es gibt auch Risiken zu beachten. Betriebliche Altersvorsorge kann in der Privatinsolvenz kritisch sein. Der Schutz hängt von verschiedenen Faktoren ab – manchmal ist er kaum vorhanden. Private Rentenversicherungen, wie die Riester- oder Rürup-Rente, bieten oft nur begrenzten Schutz. Wer sich nicht rechtzeitig informiert, könnte in die Falle tappen. Gerade in der jetzigen Zeit ist Beratung durch Experten wichtig, um die eigene Altersvorsorge zu sichern.

Gemeinsam stark

Jasmin hat sich nicht nur mit ihrer eigenen Situation abgefunden – sie engagiert sich auch im Verein Seniorenglück in Dortmund. Dort ist sie nicht nur Empfängerin von Hilfe, sondern auch Helferin. Das gibt ihr nicht nur das Gefühl, gebraucht zu werden – es ist auch eine Möglichkeit, anderen zu helfen, die in einer ähnlichen Lage sind. Es zeigt, wie wichtig es ist, in schwierigen Zeiten zusammenzuhalten und sich gegenseitig zu unterstützen.

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Insolvenzverfahren können die finanzielle Situation von Menschen stark belasten, und es ist oft ein steiniger Weg zurück zur Normalität. Aber es gibt Wege, die Altersvorsorge zu sichern, auch wenn der finanzielle Druck hoch ist. Riester-Renten gelten als Sondervermögen und sind vor dem Zugriff von Insolvenzverwaltern geschützt. Das gibt Hoffnung. Wer frühzeitig handelt, kann oft einen Teil seiner Vorsorge retten. Die gesetzlichen Rentenansprüche bleiben bestehen und bieten einen gewissen Schutz. Ein Lichtblick, nicht wahr?

Jasmin Gohle zeigt, dass man auch in schweren Zeiten den Mut nicht verlieren sollte. Ihr Weg ist ein Beispiel dafür, wie wichtig es ist, über die eigenen Probleme zu sprechen und Hilfe anzunehmen. Und vielleicht, eines Tages, wird sie ihren Traumurlaub in Holland erleben. Die Hoffnung stirbt zuletzt.