Katarina Barley: Frischer Wind für das deutsche Bäckerhandwerk
Es gibt Neuigkeiten aus der Welt des Brotes! Am 5. Mai wurde Dr. Katarina Barley zur neuen Botschafterin des Deutschen Brotes ernannt. Ja, genau, die Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments und Mitglied des SPD-Parteivorstandes, die sich für die Belange des Bäckerhandwerks einsetzen möchte. Ein wichtiges Amt, vor allem in Zeiten, in denen das traditionelle Bäckerhandwerk unter Druck steht. Ihr Ziel? Die deutsche Brotkultur zu fördern und die Interessen der Bäcker in Europa zu vertreten.
Das Bäckerhandwerk ist nicht nur ein Beruf, sondern ein Stück deutsche Kultur und Vielfalt. Barley hebt die einzigartige Qualität und die breite Palette an Brotspezialitäten in Deutschland hervor. Das macht sie zur idealen Botschafterin, die auch die Herausforderungen, wie den Fachkräftemangel und die Nachfolgeproblematik, anpacken möchte. „Ich möchte den Bäckern zuhören und ihre Anliegen unterstützen“, sagt sie. Das klingt nach einer frischen Brise in der oft etwas staubigen Welt der Bürokratie!
Ein starkes Netzwerk
Roland Ermer, der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks, hat Barley schon vor ihrer Ernennung beglückwünscht. Schließlich ist ihre Vernetzung im europäischen Kontext ein großer Vorteil für das Bäckerhandwerk. Ihr Vorgänger, Jörg Dittrich, wird ihr am 6. Mai in Berlin das Amt übergeben. Übrigens war Barleys Vorgänger in diesem Amt kein Unbekannter – auch Lars Klingbeil und Cem Özdemir haben schon als Brotbotschafter gewirkt.
Barleys Ziele sind klar: Sie will die handwerklichen Ausbildungsberufe stärken und den guten Ruf des deutschen Bäckerhandwerks in Europa fördern. Das ist besonders wichtig, wenn man bedenkt, dass die Branche unter einem enormen Fachkräftemangel leidet. Der „Bäckerei-Monitor Deutschland 2025“, veröffentlicht von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und der Hans-Böckler-Stiftung, zeigt, dass rund 282.000 Menschen in der Branche arbeiten, und doch ist die Zahl der Betriebe im Bäckerhandwerk in den letzten zehn Jahren um 30% gesunken. Eine alarmierende Entwicklung!
Herausforderungen und Chancen
Die Herausforderungen sind vielfältig. Hohe Arbeitsbelastung, Strukturwandel und der bereits erwähnte Fachkräftemangel machen den Bäckern zu schaffen. Gleichzeitig gibt es aber auch einen positiven Trend bei den Ausbildungszahlen. Mehr als 11% mehr Bäckerinnen-Azubis und über 22% mehr Fachverkäuferinnen sind in Ausbildung. Das ist ein Lichtblick! Es zeigt, dass es durchaus Interesse an den handwerklichen Berufen gibt.
Barleys Ansatz, die Interessen der Bäcker zu vertreten, kommt zur richtigen Zeit. Die Branche benötigt dringend Unterstützung, insbesondere in Bezug auf Bürokratieabbau und faire Arbeitsbedingungen. Im Bäckerhandwerk wird oft von zu viel Stress und Zeitdruck berichtet – 86% der Beschäftigten empfinden das als alltäglich. Ein Umdenken ist also dringend nötig, um die Attraktivität des Berufs zu steigern.
Mit ihrer Ernennung zur Brotbotschafterin bringt Barley frischen Wind in die Branche. Ihre Leidenschaft für das Bäckerhandwerk und ihr Engagement für die regionale Wirtschaft könnten das entscheidende Puzzlestück sein, um sowohl die Tradition als auch die Zukunft des deutschen Brotes zu sichern. Und wer weiß, vielleicht wird sie die Branche nicht nur national, sondern auch international ins rechte Licht rücken. Ein Hoch auf das deutsche Brot!