Heute ist der 9.05.2026 und das Thema Rente wird – wie so oft – heiß diskutiert. Gerade in diesen Zeiten, in denen das öffentliche Interesse an der Rentenpolitik mehr denn je auf die großen Koalitionsparteien, sprich CDU/CSU und SPD, fokussiert ist, geraten die Rentenpläne anderer Parteien etwas in den Hintergrund. Besonders die AfD versucht, sich in diesem weißen Rauschen Gehör zu verschaffen, indem sie immer wieder auf die vermeintliche Altersarmut hinweist.
Man könnte fast meinen, die AfD habe ein ganz eigenes Narrativ geschaffen, um die Sorgen vieler Rentner zu instrumentalisieren. Die Partei behauptet, dass viele Rentner unter Altersarmut leiden, was auf den ersten Blick dramatisch klingt. Schaut man jedoch genauer hin, stellt sich heraus, dass nur etwa 3% der Rentner tatsächlich auf Grundsicherung angewiesen sind. Ein bisschen weniger Alarmismus wäre hier vielleicht angebracht, denn das Durchschnittseinkommen von Paaren über 65 Jahren lag 2023 bei stolzen 3759 Euro – da kann man schon mal von einer gewissen finanziellen Stabilität sprechen.
Die Zahlen sprechen für sich
Wenn wir einen Blick auf die Altersrenten werfen, wird es noch interessanter. Im Jahr 2024 werden Männer im Schnitt 1340 Euro und Frauen 981 Euro erhalten. Wer 35 Jahre eingezahlt hat, darf sich sogar auf 1891 Euro für Männer und 1459 Euro für Frauen freuen. Das klingt doch eigentlich recht ordentlich, oder? Es bleibt jedoch zu bedenken, dass Deutschland im internationalen Vergleich, laut einer OECD-Studie, ein Sicherungsniveau von nur 53% aufweist – das ist unter dem Durchschnitt der 38 Industrieländer, der bei 62,4% liegt. Zum Vergleich: In Österreich liegt das Niveau bei stolzen 87%. Dort muss man mindestens 15 Jahre Beiträge leisten, um überhaupt eine Rente zu erhalten.
Die AfD hat sich ein ambitioniertes Rentenkonzept ausgedacht, das unter anderem die Einbeziehung von Politikern und Beamten in die Rentenversicherung vorsieht. Außerdem plant die Partei eine abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren und einen Verzicht auf Einkommensanrechnung bei Witwen- und Witwerrenten. Doch wie so oft, sind die Vorschläge nicht ohne Tücken. Vor allem besser gestellte Gruppen würden von diesen Änderungen profitieren, während die tatsächlichen Probleme der Altersarmut nicht wirklich angesprochen werden.
Rekord an Grundsicherung
Ein Blick auf die aktuelle Situation zeigt, dass Altersarmut in Deutschland tatsächlich ein wachsendes Problem darstellt. Im März 2025 erhielten rund 742.000 Senioren Grundsicherung im Alter – ein Rekordhoch. Die Zahl der Senioren, die auf Grundsicherung angewiesen sind, ist seit 2020 um etwa 178.000 gestiegen. Besonders erschreckend: 65 Prozent dieser Empfänger sind Deutsche. AfD-Politiker René Springer hat das Thema aufgegriffen und spricht von einer Überlastung des Sozialsystems durch Migration, was die Diskussion um Altersarmut noch einmal anheizt.
Komisch, wie die AfD parlamentarische Anfragen nutzt, um Migration mit Sozialthemen zu verknüpfen. Fast 98.000 ukrainische Staatsangehörige beziehen mittlerweile Grundsicherung – eine Verfünffachung seit 2020! Und das ist nicht alles: Auch etwa 35.000 Rentner aus Asylherkunftsländern erhalten Grundsicherung, was einen Anstieg von 24.000 im Jahr 2020 bedeutet. Die Sorgen um ein überlastetes Sozialsystem scheinen nicht ganz unbegründet, auch wenn die AfD nicht die einzige Partei ist, die diese Themen anspricht.
Die Vorschläge der AfD zur Rente sind in vielerlei Hinsicht problematisch. Insbesondere die Finanzierung eines Rentenniveaus von 70% bleibt nebulös. Tatsächlich würde eine solche Anhebung die Rentenausgaben von 360 Milliarden Euro auf 525 Milliarden Euro hochschrauben – ein wahres Mammutprojekt! Der Beitragssatz müsste von 18,6% auf 26,9% steigen, was allein 141 Milliarden Euro Mehrkosten für die Beitragszahler mit sich bringen würde. Die Idee, diese Mehrkosten durch die Streichung von Entwicklungshilfe und Reformen beim Bürgergeld zu decken, klingt zwar verlockend, ist jedoch nicht wirklich tragfähig.
Am Ende bleibt die Frage, ob die AfD mit ihren Vorschlägen tatsächlich eine Lösung für das Rentenproblem bietet, oder ob es sich nur um populistische Versprechungen handelt, die auf den ersten Blick gut klingen, aber in der Realität nicht umsetzbar sind.