Die Suche nach bezahlbarem Wohnraum in deutschen Großstädten ist für viele ein echtes Drama. Umso mehr, wenn man bedenkt, dass die Mieten immer weiter in die Höhe schießen. In einer Umfrage der Beratungsgesellschaft PwC, die im Januar unter 4.000 Berufstätigen aus zwölf deutschen Metropolen durchgeführt wurde, zeigt sich, dass die hohen Mietpreise nicht nur frustrierend sind, sondern auch als echte Hürde wahrgenommen werden. Viele Menschen haben ernsthaft darüber nachgedacht, ihren Job zu wechseln oder sogar umzuziehen, lediglich wegen der horrenden Wohnkosten. Ein Viertel der Befragten aus der Altersgruppe der 18- bis 34-Jährigen denkt über einen Umzug nach – das ist schon eine Hausnummer.
Bernd Roese, Standortleiter von PwC in Frankfurt, beschreibt die Situation als alles andere als rosig. Rund zwei Drittel der Befragten sind mit den Mietpreisen und dem knappen Wohnungsangebot unzufrieden. Und das Schockierende: 87 Prozent der Leute glauben, dass es in Großstädten „reine Glückssache“ ist, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Ein wahrer Frustfaktor, der nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für Unternehmen zum Problem wird, die auf der Suche nach Fachkräften sind.
Die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt
Die Lage auf dem Wohnungsmarkt hat auch direkte Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. In Stuttgart und München glauben beeindruckende 88 Prozent bzw. 85 Prozent der Befragten, dass sich nur noch Topverdiener:innen eine Wohnung in der Stadt leisten können. Das führt dazu, dass viele Branchen, vor allem solche mit traditionell niedrigeren Löhnen – wie im Gesundheitswesen oder der Gastronomie – Schwierigkeiten haben, Fachkräfte zu gewinnen und zu halten. 82 Prozent der Befragten sehen die Wohnsituation als problematisch für Unternehmen an. Wo soll das alles enden?
Die Situation wird noch komplexer, wenn wir uns die Zahlen aus der neuesten Studie ansehen, die Anfang Februar 2025 veröffentlicht wurde. Mit einem bundesweiten Mangel von 550.000 Wohnungen wird klar, dass der Druck auf dem Wohnungsmarkt in den letzten Jahren nur gewachsen ist. Ein Anstieg des Wohnraumbedarfs durch hohe Zuwanderungszahlen trifft auf zu wenig Neubauten und gleichzeitig viele leerstehende Wohnungen. Eine wahrlich paradoxe Situation.
Die Zahlen sprechen Bände
Über die Hälfte (52 Prozent) der Menschen in Deutschland lebt zur Miete, und das in einer Zeit, in der die Mieten in Großstädten weiterhin stark steigen. Zwischen 2010 und 2022 haben sich die durchschnittlichen Wiedervermietungsmieten um fast 70 Prozent erhöht. In Köln beispielsweise liegt die durchschnittliche Miete bei 13,44 Euro, während München mit 20,59 Euro netto kalt die Spitzenposition einnimmt. Das ist ein ganz schöner Brocken!
Die Leerstandsquote ist ebenfalls ein Thema für sich: 1,9 Millionen Wohnungen standen im Mai 2022 leer, das sind 4,3 Prozent. In Großstädten ist der Leerstand oft niedriger, aber in einigen Fällen bleibt jede dritte leerstehende Wohnung länger als 12 Monate ungenutzt. Das wirft Fragen auf. Warum wird der Wohnraum nicht genutzt? Und was passiert mit den Menschen, die verzweifelt nach einem Platz zum Leben suchen?
Die Bundesregierung plant zwar, jährlich 400.000 neue Wohnungen zu bauen, doch die Realität sieht anders aus. Tatsächlich wurden 2023 nur 294.400 neue Wohnungen genehmigt. Die Gründe sind vielfältig: gestiegene Zinsen, hohe Baukosten und komplexe Vorschriften machen den Wohnungsbau zu einer echten Herausforderung. Und während die Zahl der Sozialwohnungen seit den 1990er Jahren kontinuierlich sinkt, bleibt der Bedarf ungebrochen hoch. Ein Dilemma, das sich kaum übersehen lässt.
Die gegenwärtige Situation ist ein Aufruf zum Handeln. Die Menschen in unseren Städten verdienen es, einen Platz zu finden, den sie ihr Zuhause nennen können, ohne sich ruinieren zu müssen. Die Zeit drängt, und die Herausforderungen sind groß. Ein Ende der Misere ist nicht in Sicht.