Zukunftsweisende Altersvorsorge: Kapital für alle!
Heute ist der 15.07.2026, und wenn wir über Altersvorsorge sprechen, dann wird’s ernst. Die Deutsche Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA) hat sich klar positioniert: Eine staatlich flankierte, kapitalgedeckte Altersvorsorge soll her! Und zwar nicht nur für die oberen Zehntausend, sondern für breite Bevölkerungsschichten. Ziel ist es, dass jeder über den Aktienmarkt an den Erträgen der Realwirtschaft teilhaben kann. Es gibt eine klare Botschaft: Unsere Sparmittel sollen nicht nur irgendwo versickern, sondern auch in die Realwirtschaft fließen. Es geht um eine Verzahnung der Mittelflüsse mit Unternehmen, die jeden von uns betreffen.
Auf europäischer Ebene spricht man von der „Spar- und Investitionsunion“ (SIU). Die Idee dahinter? Ein breiter und tiefer Kapitalmarkt, der als echte Finanzierungsquelle für Unternehmen agiert. Wenn wir uns die Zahlen anschauen, wird’s spannend: Die aktuelle Altersvorsorge sieht vor, dass unsere Ersparnisse hauptsächlich in globale passive ETFs fließen. Diese konzentrieren sich dann auf die großen Player – die Mega Caps, die meisten davon aus den USA. Das bedeutet, dass wir in der EU nur einen kümmerlichen Anteil von etwa 11% am MSCI World haben. Deutschland? Nur rund 2%. Ein großes Ungleichgewicht, wenn man bedenkt, dass kleinere und mittlere Unternehmen, also die KMUs, oft die wahren Motoren unserer Wirtschaft sind. Hier möchte die DVFA ansetzen und fordert, dass auch in deutsche und europäische Aktien investiert wird.
Investitionen für die Zukunft
Doch nicht nur die DVFA hat das im Blick. Die Europäische Kommission hat im März 2025 neue Maßnahmen zur Stärkung der europäischen Kapitalmärkte präsentiert. Deutschland ist da aktiv dabei! Es geht darum, nicht nur öffentliche, sondern auch private Investitionen in die Bereiche Digitalisierung, Klimaneutralität und Infrastruktur zu mobilisieren. Der Bankensektor dominiert zwar die Unternehmensfinanzierung, aber das soll sich ändern. Mehr kapitalmarktbasierte Finanzierung könnte helfen, zusätzliche Finanzierungsquellen zu erschließen und damit die Innovationskraft unserer Unternehmen zu fördern.
Hier kommt die SIU ins Spiel, die ein ganzheitliches Konzept verfolgt. Sie möchte Bürger:innen einen breiteren Zugang zu Kapitalmärkten ermöglichen und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit in der EU stärken. Momentan kämpfen wir mit fragmentierten nationalen Kapitalmärkten, die den grenzüberschreitenden Kapitalfluss hemmen. Das will die EU-Kommission ändern. Sie plant, die Rahmenbedingungen zu verbessern, um die Attraktivität Europas für Investoren und Unternehmen zu steigern. Ein ambitioniertes Vorhaben, aber notwendig, wenn wir die Innovationskraft in Europa erhalten wollen.
Der Weg zur Integration
Die Strategie der EU für die SIU umfasst vier Handlungsfelder: Bürgerbeteiligung, Investitionsförderung, Marktintegration und effektive Aufsicht. Es wird also eine Menge Bewegung in den europäischen Finanzmärkten geben! Ein zentraler Aspekt ist die Kanalisierung von Sparvermögen in produktive Investitionen. Komischerweise halten die Bürger:innen momentan rund 10 Billionen Euro als Bankeinlagen, die oft nur geringe Renditen abwerfen. Wenn wir das Kapital aktivieren können, könnte das nicht nur den Sparer:innen zugutekommen, sondern auch der gesamten europäischen Wirtschaft.
Die Entwicklung der SIU liegt in der Verantwortung aller: EU-Organe, Mitgliedstaaten, aber auch des Privatsektors und der Zivilgesellschaft. Alle müssen an einem Strang ziehen, um die Kapitalmärkte zu stärken und die Wirtschaft anzukurbeln. Die Herausforderungen sind groß, aber die Chancen sind es auch. Wenn es gelingt, die Rahmenbedingungen zu verbessern und mehr Kapital in innovative und nachhaltige Projekte zu lenken, könnte das nicht nur für die Altersvorsorge, sondern für die gesamte Gesellschaft einen echten Unterschied machen.