Deutschland im internationalen Rentenvergleich: Schwächen und Chancen für die Altersvorsorge
Heute ist der 8.11.2026. Wenn wir über Altersvorsorge sprechen, dann wird es schnell komplex. Die Welt ist im Umbruch, und das gilt auch für die Rentensysteme. Der „Marsh CFA Institute Global Pension Index 2026“ hat gerade weltweit 55 Rentensysteme bewertet. Und was schlägt uns da entgegen? Die Niederlande sind erneut die Spitzenreiter mit 85,8 Punkten. Dänemark und Island können da mit 84,1 und 84,0 Punkten nicht weit zurückstehen. Ganz schön spannend, oder? Aber auch andere Länder wie Singapur, Israel und Australien haben die Bestnote „A“ erreicht. Das zeigt, dass einige es wirklich draufhaben, wenn es um die Altersvorsorge geht.
Der Index bezieht sich auf insgesamt rund 66 % der Weltbevölkerung und greift dabei auf mehr als 50 Indikatoren zurück. Das ist nicht einfach nur ein Zahlenspiel – die Bewertung setzt sich aus drei großen Bereichen zusammen: Angemessenheit der Renten macht 40 % aus, Nachhaltigkeit kommt auf 35 % und Integrität trägt 25 % bei. Gleichzeitig wird in dem Bericht empfohlen, die Rentensysteme breiter aufzustellen, die Finanzierung zu stärken und für eine bessere Steuerung zu sorgen. Das alles ist notwendig, um den Herausforderungen einer alternden Bevölkerung und längeren Rentenbezugszeiten gerecht zu werden.
Ein Blick auf Deutschland
Jetzt wird es spannend: Deutschland hat es mit 67,9 Punkten auf Platz 25 geschafft. Damit bleiben wir zwar über dem Durchschnitt von 65,3 Punkten, aber im Vergleich zum Vorjahr ist das ein kleiner Rückgang (Platz 22, 67,8 Punkte). Was sagt uns das? Die Angemessenheit der Rente ist mit 79,8 Punkten (Note B+) noch relativ gut, aber bei der Nachhaltigkeit schneidet Deutschland schwach ab – mit nur 47,2 Punkten (Note D) liegen wir rund acht Punkte unter dem Durchschnitt. Das ist ein echter Schwachpunkt, den wir nicht ignorieren sollten!
Wenn wir uns die Verteilung der Renten ansehen, wird klar, dass es hier große Unterschiede gibt. Michael Sauler von Marsh hat angemerkt, dass eine stärkere Kapitaldeckung über alle Säulen eine vielversprechende Lösung sein könnte. Im Übrigen zeigt der OECD-Pensionsbericht 2025, dass uns die Alterung der Bevölkerung in den kommenden Jahrzehnten stark belasten wird. In der Tat soll der Anteil der über 65-Jährigen von 33 im Jahr 2025 auf 52 im Jahr 2050 ansteigen. Das ist eine Herausforderung, die wir nicht unterschätzen dürfen!
Die Herausforderungen für die Zukunft
Ein weiteres Thema, das aufkommt, ist die geringe Umverteilung zugunsten niedriger Einkommen in Deutschland. Das lässt sich schwer ignorieren, wenn wir an die Geringverdienenden denken, deren Renten oft nicht einmal annähernd ausreichen, um im Alter ein angenehmes Leben zu führen. Die Grundrente kann hier immerhin helfen und die Ersatzquote um vier Prozentpunkte erhöhen. Dennoch – ohne private oder betriebliche Vorsorge wird’s kritisch, wenn man bedenkt, dass viele Länder mit breiter Zusatzvorsorge und automatischen Sparmechanismen besser aufgestellt sind.
Und während wir darüber nachdenken, wie wir unser eigenes Rentensystem verbessern können, zeigt der Vergleich mit anderen Ländern wie den Niederlanden und Dänemark, dass verpflichtende kapitalgedeckte Elemente durchaus positive Effekte auf die Ersatzquoten haben. Ein klarer Vorteil – und vielleicht ein Weg, wie Deutschland seine Herausforderungen in der Altersvorsorge meistern kann? Das bleibt abzuwarten.
