Heute ist der 29.10.2026 und wir sehen uns mal an, wie es um die finanzielle Bildung junger Menschen in Deutschland steht. Eine kürzlich durchgeführte Umfrage des BVR unter 2.013 jungen Erwachsenen zwischen 18 und 30 Jahren hat einige interessante, aber auch bedenkliche Erkenntnisse ans Licht gebracht. Rund 80 Prozent der Befragten sind sich einig: Es ist wichtig, die eigenen Finanzen souverän zu verwalten. Doch hier kommt der Clou – nur 45 Prozent fühlen sich bei Finanzthemen tatsächlich sicher. Das lässt einen schon ins Grübeln kommen. Mehr als die Hälfte hat Angst, bei finanziellen Entscheidungen Fehler zu machen. Und das in einer Zeit, in der man sich doch eigentlich um seine Zukunft kümmern sollte!

Ein Blick auf die Geschlechterverteilung zeigt, dass Frauen in dieser Hinsicht deutlich unsicherer sind. Nur 36 Prozent der Frauen fühlen sich wohl im Umgang mit Geld, während es bei den Männern immerhin 53 Prozent sind. Die Umfrage zeigt auch, dass 72 Prozent der Befragten sich mindestens einmal pro Woche mit Finanzfragen beschäftigen. Trotzdem empfinden 46 Prozent die Themen häufig als kompliziert und 44 Prozent fühlen sich oft überfordert. Bei den wichtigsten Themen rangiert „Sparen“ ganz oben, gefolgt von laufenden Ausgaben und Budgetplanung. Altersvorsorge scheint da eher ein Schattendasein zu fristen – nur 23 Prozent der Befragten sehen darin eine Priorität.

Woher kommt das Wissen?

Wenn wir uns die Informationsquellen anschauen, wird’s spannend. Junge Erwachsene setzen vor allem auf digitale Plattformen. Soziale Medien wie Instagram oder TikTok sind für 42 Prozent die Anlaufstelle, gefolgt von YouTube und Podcasts. Banken und Bankberatung kommen da nur auf 27 Prozent. Ein bisschen überraschend, oder? Aber die Umfrage zeigt auch, dass 58 Prozent der Befragten sich leicht verständliche Unterstützung bei Finanzthemen wünschen. Besonders gefragt ist Hilfe beim ersten Job oder dem eigenen Einkommen sowie bei der ersten Geldanlage. Das alles deutet darauf hin, dass es hier eine echte Lücke gibt zwischen dem Wunsch nach finanzieller Kontrolle und der Realität.

Eine weitere Studie, die im Auftrag des Bundesverbandes deutscher Banken durchgeführt wurde, deckt ähnliche Defizite auf. 80 Prozent der 14- bis 24-Jährigen geben an, in der Schule kaum oder gar nichts über Wirtschaft und Finanzen gelernt zu haben. Besonders erschreckend ist, dass 27 Prozent nicht einmal wissen, was eine Aktie ist. Die Mehrheit der jungen Leute wünscht sich mehr Wissen über den Umgang mit Geld und Altersvorsorge in der Schule. Hier scheint ein klarer Auftrag an Bildungseinrichtungen zu bestehen!

Die Lücken in der Finanzbildung

Die OECD hat in einer Bestandsaufnahme zur Finanzbildung in Deutschland festgestellt, dass die Finanzkompetenz zwar international gesehen gut ist, jedoch bei bestimmten Themen und Bevölkerungsgruppen Lücken bestehen. Ein Beispiel: Nur 52 Prozent der Erwerbstätigen fühlen sich bei ihren Altersvorsorgeplänen sicher. Bei Frauen sind es sogar nur 44 Prozent. Das wirft Fragen auf – wie soll man sich auf seine Zukunft vorbereiten, wenn man nicht einmal das nötige Wissen hat oder sich unsicher fühlt? Die Initiative Finanzielle Bildung, die 2023 von Bundesfinanzminister Christian Lindner und Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger ins Leben gerufen wurde, soll hier Abhilfe schaffen. Aber wie schnell werden wir echte Fortschritte sehen?

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Besonders alarmierend ist die Tatsache, dass viele junge Menschen sich im Umgang mit digitalen Finanzdienstleistungen unsicher fühlen. Weniger als die Hälfte hat hier das nötige Vertrauen. Und das, obwohl die Nutzung von digitalen Angeboten in den letzten Jahren stark zugenommen hat. Die Gefahr von Finanzbetrug ist ebenfalls ein Thema, das viele besorgt. Das Gefühl, dass man in dieser digitalen Welt leicht über den Tisch gezogen werden kann, ist allgegenwärtig.

Die Zahlen und Studien zeigen deutlich: Es gibt eine klare Diskrepanz zwischen dem Wunsch nach finanzieller Bildung und der tatsächlichen Realität. Ob es nun um die Altersvorsorge geht oder das einfache Geldmanagement – die jungen Leute brauchen dringend Unterstützung. Und zwar nicht nur von Banken, sondern auch von Bildungseinrichtungen und der Gesellschaft insgesamt. Nur so können wir die finanzielle Resilienz der nächsten Generation stärken und sie auf einen erfolgreichen Lebensweg vorbereiten.