Gender Pension Gap: Herausforderungen und Chancen für Frauen auf dem Female Finance Day 2026
Heute ist der 28.10.2026 und während in Münster der dritte Female Finance Day in vollem Gange ist, schauen wir auf ein Thema, das viele Frauen – und auch Männer – noch immer beschäftigt: die Rentenlücke zwischen den Geschlechtern, besser bekannt als der „Gender Pension Gap“. Laut einer aktuellen Studie erhalten Frauen in Deutschland im Durchschnitt 26 Prozent weniger Rente als Männer. Und das ist nicht nur eine Zahl auf dem Papier. Sie spiegelt eine Realität wider, die viele Frauen betrifft, die sich oft unsicher fühlen, wenn es um ihre Altersvorsorge geht. Nur 44 Prozent der erwerbstätigen Frauen geben an, sich gut auf die Altersvorsorge vorbereitet zu fühlen, während es bei den Männern 61 Prozent sind. Da ist noch Luft nach oben, oder?
Ein Grund für diese Kluft sind niedrigere Einkommen. Viele Frauen arbeiten in Teilzeit oder unterbrechen ihre Erwerbstätigkeit aufgrund von Kindererziehung oder Pflege von Angehörigen. Diese Auszeiten summieren sich und führen dazu, dass sie weniger in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Das ist besonders in Westdeutschland ein Problem, wo der Gender Pension Gap 2023 bei 47 Prozent liegt. In Ostdeutschland sieht es mit 21 Prozent schon besser aus, aber auch dort sind die Unterschiede deutlich. Frauen haben oft kürzere Erwerbsbiografien und weniger Ansprüche auf betriebliche und private Altersvorsorge.
Der Female Finance Day: Ein Schritt in die richtige Richtung
Am 28. Oktober 2026 findet in Münster der dritte Female Finance Day statt, organisiert vom Businessclub Frauen u(U)nternehmen. Margret Homann, die Vorsitzende des Netzwerks, möchte Frauen dazu ermutigen, sich intensiver mit ihren Finanzen auseinanderzusetzen. Hier können sie sich über Vermögensaufbau, Altersvorsorge und Absicherung finanzieller Risiken informieren. Spannende Vorträge von Expertinnen aus der Finanzwelt, darunter Katharina Brunsendorf von Scalable Capital und die Finanzkolumnistin Dr. Christiane von Hardenberg, stehen auf dem Programm. Es gibt Workshops, die sich mit ETFs, der gesetzlichen Rente und Fördermöglichkeiten beschäftigen. So wird Wissen geschaffen, das im Alter Gold wert sein kann!
Die Ursachen für den Gender Pension Gap sind vielschichtig. In den letzten drei Jahrzehnten hat sich die Lücke zwar verringert – von 69 Prozent im Jahr 1992 auf 43 Prozent 2023 – doch die Herausforderungen bleiben. Frauen haben oft weniger rentenversicherungspflichtige Erwerbsjahre und verfügen seltener über betriebliche Altersvorsorge. In vielen Branchen, insbesondere im Dienstleistungssektor, ist die betriebliche Altersversorgung viel seltener zu finden, was die Situation zusätzlich erschwert.
Praktische Tipps für die Finanzplanung
Wenn du als Frau, egal ob jung oder alt, deine Finanzen selbst in die Hand nehmen möchtest, gibt es einige Empfehlungen, die dir helfen können. Zum Beispiel: Führe ein Haushaltsbuch oder nutze eine Budget-App, um deine Einnahmen und Ausgaben im Blick zu behalten. Prüfe deine voraussichtliche gesetzliche Rente anhand der jährlichen Renteninformation. Und fang frühzeitig an zu sparen! Selbst kleine, regelmäßige Beträge können langfristig einen Unterschied machen. ETFs sind eine interessante Option für den Vermögensaufbau – sie sind kostengünstig, aber beachte die Risiken. Ein Notgroschen auf einem Tagesgeldkonto kann auch nicht schaden, um für unvorhergesehene Ausgaben gewappnet zu sein.
Besonders wichtig ist es, auch in Beziehungen finanziell unabhängig zu bleiben. Ein eigenes Konto, eigene Rücklagen und ein Überblick über gemeinsame Verträge helfen, auch in unsicheren Zeiten selbstbestimmt zu bleiben. Und falls du an einem Punkt bist, an dem du Verträge abschließen oder investieren möchtest, scheue dich nicht, Fragen zu stellen oder unabhängige Beratung, wie von Verbraucherzentralen oder der Deutschen Rentenversicherung, in Anspruch zu nehmen.
Die Herausforderung, die Altersvorsorge für Frauen zu verbessern, ist ein gesamtgesellschaftliches Thema. Die gute Nachricht ist: Mit jedem neuen Jahrgang, der in die Rente eintritt, wird die Rentenlücke voraussichtlich kleiner, da immer mehr Frauen kontinuierlicher erwerbstätig sind. Höhere Bildungsabschlüsse und die bessere Anrechnung von Kindererziehungszeiten können ebenfalls zur Schließung der Lücke beitragen. Doch der Gender Pay Gap und die kurzen Arbeitszeiten bleiben ein großes Hindernis. Es gibt also noch viel zu tun, um eine gerechte Altersvorsorge für alle Geschlechter zu erreichen. Packen wir’s an!
