Trade Republic startet mit Justinian Versicherungs AG in die Lebensversicherungsbranche und plant neues Altersvorsorgedepot
Heute, am 20. Oktober 2026, gibt es Neuigkeiten aus der Welt der Altersvorsorge, die für viele von uns spannend sein könnten. Wer hätte gedacht, dass Trade Republic, bekannt für kostengünstigen Handel mit Aktien und ETF-Sparplänen, nun auch im Bereich der Lebensversicherungen tätig wird? Ja, genau, Trade Republic hat kürzlich einen eigenen Lebensversicherer gegründet – die Justinian Versicherungs AG, die zuvor unter dem Namen Trade Republic Assurance AG firmierte. Dies geschah in Liechtenstein, wo das Unternehmen eine Lebensversicherungslizenz erhalten hat. Die Pläne sind groß, aber noch ist vieles im Nebel.
In der letzten Woche hat der Neobroker nicht nur eine Depotvariante für Altersvorsorge vorgestellt, sondern auch Pläne für ein staatlich gefördertes Altersvorsorgedepot. Das Besondere daran? Eine der Varianten soll komplett kostenlos sein – ohne Depotgebühren und ohne Produktkosten bei vielen ETFs. Das klingt fast zu gut, um wahr zu sein, oder? Aber so ist das nun mal im Leben: Hinter jeder großen Idee verbirgt sich eine Menge Arbeit, und nicht alles wird sofort klar.
Was steckt hinter den Plänen?
Trade Republic hat sich bislang nicht konkret zu seinen Absichten mit dem Lebensversicherer geäußert. Branchenexperten spekulieren jedoch, dass das Unternehmen über den Versicherer eine zusätzliche Variante des Altersvorsorgedepots anbieten möchte. Zielgruppe könnten vor allem sicherheitsbewusste Kunden sein, die nach Stabilität und Garantien suchen. Und hier kommt der Clou: Neben einem ETF-basierten Standarddepot und einem individuellen Investmentdepot könnten auch Garantielösungen verfügbar sein. Diese Produkte könnten entweder 100 oder 80 Prozent der eingezahlten Beiträge garantieren – mit der Voraussetzung, dass eine entsprechende Versicherungslösung vorhanden ist.
Interessant ist, dass Trade Republic mit seinem neuen Angebot auch die Millionen bisherigen Riester-Sparer ansprechen möchte. Diese könnten in das neue Altersvorsorgemodell wechseln, ohne bereits erhaltene staatliche Förderungen zurückzahlen zu müssen. Das klingt nach einem echten Vorteil! Und auch sicherheitsorientierten Neukunden könnten sie Garantieprodukte anbieten. Doch hier gibt es einen Haken: Das neue Modell wird voraussichtlich nicht kostenlos sein. Es wird erwartet, dass Trade Republic die Konditionen anderer Versicherer unterbieten könnte, was den Wettbewerb in der Branche zusätzlich anheizen könnte. Aber bis jetzt gibt es dafür keine offizielle Bestätigung.
Ein Blick auf die Zukunft: Ab 2027
Das Altersvorsorgedepot wird ab 2027 eingeführt und soll eine staatlich geförderte Geldanlage in Aktien-ETFs ermöglichen. Außerdem plant Trade Republic, neben der kostenlosen ETF-Variante auch eine gebührenpflichtige Variante mit Kapitalgarantie anzubieten. Aber was sagen die Kritiker dazu? Wolfram Erling von Union Investment hat sich kritisch geäußert. Er warnt, dass ohne Gebühren die Finanzierung unabhängiger Beratung gefährdet sein könnte und stellt die wirtschaftliche Tragfähigkeit solcher Angebote infrage. Komischerweise könnten solche Lockangebote irgendwann zu höheren Kosten führen, was die Nutzer dann ordentlich ins Schwitzen bringen könnte.
Das Altersvorsorgedepot ist Teil der Reform der Riester-Rente. Ziel ist es, die staatlich geförderte Altersvorsorge zu modernisieren und zu vereinfachen. Die bestehenden Riester-Verträge bleiben bestehen, und die Inhaber müssen ihre Verträge nicht kündigen. Bereits eingezahlte Beiträge und erhaltene Förderungen bleiben bestehen. Ein bisschen wie ein neues Gewand für eine alte Bekannte – die Riester-Rente bleibt, aber wird um neue Produktmöglichkeiten ergänzt.
