Im Rems-Murr-Kreis tut sich was. In den kommenden Jahren werden hier durchschnittlich rund 3.890 Beschäftigte pro Jahr in Rente gehen. Das ist eine ganze Menge, wenn man bedenkt, dass bis 2035 insgesamt etwa 108.000 Menschen in den Ruhestand treten werden. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat das Ganze auf Basis von Berechnungen des Pestel-Instituts ausgegraben. Und was fordern sie? Eine abschlagsfreie Rente für all jene, die mindestens 45 Beitragsjahre gesammelt haben. Das klingt nach einer fairen Sache!

Doch schauen wir uns mal die Zahlen an: Am 1. Juli 2025 bezogen in Deutschland rund 21,5 Millionen Menschen eine gesetzliche Rente. Das sind über 21 Millionen Geschichten von Menschen, die nach einem langen Arbeitsleben in den Ruhestand gehen. Und der Trend geht weiter: Im Vergleich zu 2015 stieg die Zahl der Rentenbeziehenden um satte 3,2 %. Immer mehr Menschen entscheiden sich für den Ruhestand, viele früher als geplant – sei es durch gesundheitliche Probleme oder einfach den Wunsch nach mehr Freizeit.

Rentenbezugsdauer und Lebenserwartung

Die durchschnittliche Bezugsdauer von Alters- und Erwerbsminderungsrenten lag 2025 bei 20,7 Jahren. Frauen genießen etwa 22,2 Jahre Rente, Männer kommen auf 19,1 Jahre. Im Vergleich dazu war die Dauer 2005 noch etwas kürzer. Und die Lebenserwartung? Die stieg in Deutschland über die Jahre nahezu kontinuierlich. Obwohl es in den letzten Jahren, insbesondere während der Pandemie, Rückschläge gab, hat sich die Lebenserwartung in den Jahren 2023/2025 wieder erholt und liegt über den Werten von 2017/2019.

Das bedeutet, die Menschen leben nicht nur länger, sondern viele von ihnen arbeiten auch länger. Im Jahr 2025 waren 13,5 % der 65- bis 74-jährigen Rentnerinnen und Rentner erwerbstätig. Die Gründe? Finanzielle Notwendigkeit, Freude an der Arbeit oder auch soziale Kontakte. Wer kann, bleibt aktiv und bringt sich ein, egal ob im Büro oder in einem anderen Job.

Altersarmut und die Herausforderungen des Ruhestands

Doch die Realität sieht nicht für alle rosig aus. 2025 waren 19,5 % der Menschen ab 65 Jahren armutsgefährdet. Besonders Frauen sind betroffen – bei den über 75-Jährigen waren es 21,3 %. Und während das mittlere monatliche Nettoäquivalenzeinkommen von Menschen ab 65 Jahren bei 2.080 Euro liegt, verdienen die meisten Rentnerinnen und Rentner nur von ihren Renten. Das zeigt, wie wichtig eine gerechte Altersvorsorge ist, um im Alter nicht in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten.

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Die Staatsausgaben für die gesetzliche Rentenversicherung haben in den letzten Jahren angezogen. 2024 gab der Staat knapp 394,7 Milliarden Euro dafür aus, ein Anstieg um 51,1 % im Vergleich zu 2014. Man fragt sich, wie nachhaltig das auf Dauer sein kann. Die finanzielle Belastung wird zunehmen, wenn die Babyboomer-Jahrgänge in den Ruhestand treten und die Bevölkerung im Rentenalter wächst. Bis Ende der 2030er-Jahre wird die Zahl der Menschen ab 67 Jahren voraussichtlich auf mindestens 20,5 Millionen steigen.

Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Rentenlandschaft in Deutschland weiterentwickelt. Die Herausforderungen sind groß, aber die Diskussion um faire Renten und eine gerechte Altersvorsorge ist wichtiger denn je. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob die Forderungen der Gewerkschaften und andere Initiativen tatsächlich Gehör finden.