Im März 2024 hat das Schweizer Stimmvolk mit einer klaren Mehrheit für die Einführung einer 13. AHV-Rente gestimmt. Ein wirklich bedeutender Schritt! Ab Dezember 2024 dürfen 2,6 Millionen Rentnerinnen und Rentner auf eine zusätzliche AHV-Rente hoffen. Die Freude über diese Nachricht wird allerdings von der finanziellen Herausforderung überschattet, die mit dieser Entscheidung einhergeht. Ganze 4,1 Milliarden Franken kostet die Auszahlung – eine Summe, die nicht einfach aus der Portokasse zu zahlen ist.

Viele Menschen, insbesondere Frauen, haben in der Vergangenheit oft nur geringe Leistungen aus der zweiten und dritten Säule erhalten. Deshalb ist die AHV, die seit ihrer Einführung am 1. Januar 1948 bereits zwölf Revisionen durchlaufen hat, die wichtigste Säule der Altersvorsorge in der Schweiz. Sie ist ein zentrales Sozialwerk, das viele vor Altersarmut bewahrt. Um die zusätzlichen Ausgaben für die 13. Rente zu finanzieren, ist eine Erhöhung der Mehrwertsteuer um 0,4 Prozentpunkte angedacht. Doch keine Sorge, die Erhöhung betrifft nicht die Güter des täglichen Bedarfs wie Lebensmittel, Hygieneartikel oder Medikamente – das bleibt alles wie gehabt.

Finanzielle Ausblicke und Herausforderungen

Für einen Haushalt mit mittlerem Einkommen bedeutet das etwa 15 Franken mehr Mehrwertsteuer pro Monat. Menschen mit höherem Konsum werden entsprechend mehr zur Finanzierung beitragen. Doch auch wenn die 13. AHV-Rente ab 2026 an alle Pensionierten ausbezahlt wird, stehen wir vor weiteren Herausforderungen. Bis 2040 sollen die Kosten der 13. Rente voraussichtlich auf rund 5,4 Milliarden Franken steigen. Wer hätte gedacht, dass sich so viele Babyboomer, diese Generation, die uns oft als so dynamisch erschien, bald im Rentenalter befinden? Der demografische Wandel hält uns alle auf Trab.

Eine strukturelle Reform der AHV ist also unumgänglich. Der Bundesrat hat bereits eine Reform mit dem Titel „AHV 2030“ ins Auge gefasst, die darauf abzielt, die Versicherung zu modernisieren und an gesellschaftliche Entwicklungen anzupassen. Hierbei soll auch die Frage des Rentenalters diskutiert werden. Die Idee, das Rentenalter zu erhöhen, könnte besonders Menschen mit niedrigen Einkommen belasten, die sich eine Frühpensionierung nicht leisten können. Und dabei sind es oft gerade diese Menschen, die auf die AHV angewiesen sind.

Der Weg zur Umsetzung

Die nächste Volksabstimmung über die Finanzierung der 13. AHV-Rente steht bereits vor der Tür. Am 29. November wird darüber abgestimmt. Die Autorin Sandra Strüby-Schaub, SP-Landrätin aus Buckten, ruft dazu auf, dem Vorhaben zuzustimmen. Eine verzögerte Finanzierung könnte die Unterdeckung der AHV vergrößern und auf lange Sicht zu einer Defizitspirale führen. Das möchte sicherlich niemand. Auch wenn der Bundesrat eine Erhöhung des Bundesbeitrags abgelehnt hat, wird der Bund bis 2030 rund ein Fünftel der Kosten der 13. Rente tragen, was mehr als 900 Millionen Franken entspricht.

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Ein Interventionsmechanismus für finanzielle Engpässe der AHV wurde vom Nationalrat abgelehnt – ein nicht unwichtiger Punkt. Es wird also spannend zu sehen, wie sich die gesamte Situation entwickeln wird. Es bleibt abzuwarten, ob die AHV wirklich stabil bleibt, auch wenn die Reform 2030 noch in der Vernehmlassung steckt. Ein Aufschub des Renteneintritts könnte in Zukunft erneut zur Diskussion stehen, denn der Druck wird größer, die Finanzierung langfristig zu sichern.

Es ist unabdingbar, dass wir uns jetzt mit diesen Themen auseinandersetzen. Die Zukunft der Altersvorsorge in der Schweiz hängt davon ab, wie wir als Gesellschaft damit umgehen. Und die nächsten Schritte stehen vor der Tür – vielleicht sind wir uns dessen noch nicht ganz bewusst, aber die Entscheidungen, die wir heute treffen, werden weitreichende Auswirkungen auf die kommenden Generationen haben.