Der Übergang in den Ruhestand – das ist für viele ein großer Schritt, der mit vielen Fragen und Unsicherheiten verbunden ist. Wie wird sich die Marktentwicklung auswirken? Was passiert mit der Inflation? Und wie lange reicht das Ersparte? Die Morningstar-Expertin Christine Benz hat sich diesen Themen gewidmet und fünf zentrale Stellschrauben herausgearbeitet, die dafür sorgen, dass das Vermögen auch im Alter nicht gleich von der Bildfläche verschwindet.

Genau hier beginnt das Abenteuer der Entnahmephase, also der Phase, in der das angesparte Geld endlich zum Einsatz kommt. Und seien wir mal ehrlich: Wer möchte schon, dass das Kapital vor dem Lebensende aufgebraucht ist? Gleichzeitig gilt es, zu vorsichtige Entnahmen zu vermeiden, die den Lebensstandard unnötig einschränken könnten. Das klingt nach einem Drahtseilakt, nicht wahr? Aber keine Sorge, es gibt Strategien, die helfen, diesen Balanceakt zu meistern.

Depotaufteilung und Kosten prüfen

Christine Benz empfiehlt, die Depotaufteilung und die damit verbundenen Kosten gründlich zu prüfen. Hierbei sollte der Aktien- und Anleiheanteil gut auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt sein. Ein zu hoher Aktienanteil kann bei einem Kursrückgang schnell schmerzhaft werden – die Verluste könnten enorm sein! Aber auf der anderen Seite, ein zu vorsichtiges Depot könnte auch über Jahre hinweg zu wenig wachsen, sodass die Kaufkraft auf der Strecke bleibt. Und ganz wichtig: Die Gebühren für Fonds, ETFs und Depots sollten ebenfalls unter die Lupe genommen werden. Einmal richtig durchchecken, kann sich lohnen!

Ein Sicherheitspolster aufzubauen, ist ebenfalls ein wichtiger Punkt. Benz empfiehlt US-Anlegern, etwa fünf bis zehn Jahresentnahmen in Bargeld und festverzinslichen Anlagen zu halten. In Deutschland könnte wegen der gesetzlichen Rente ein kleineres Polster ausreichend sein, aber auch hier sollte man sich überlegen, wie viel man wirklich braucht, um nicht in die Bredouille zu kommen, wenn die Märkte mal wieder Achterbahn fahren. Schließlich will niemand gezwungen sein, Wertpapiere zu einem ungünstigen Zeitpunkt zu verkaufen.

Flexible Entnahme und Arbeiten mit Puffer

Die Entnahme sollte flexibel gestaltet werden. Viele feste Entnahmeregeln orientieren sich am schlechtesten historischen Szenario – ein bisschen wie wenn man beim Autofahren immer auf die Bremse schaut, anstatt den Blick nach vorn zu richten. Ruheständler sollten bei fallendem Depotwert weniger entnehmen, während sie bei einer positiven Entwicklung ruhig etwas mehr nehmen können. Diese Anpassungsfähigkeit macht einen großen Unterschied.

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Ein weiteres Mittel, um das Vermögen zu schonen? Länger arbeiten! Jedes zusätzliche Arbeitsjahr verkürzt den Zeitraum, in dem das Vermögen finanziert werden muss. Und: Das Vermögen kann länger wachsen. Aber Vorsicht, gesundheitliche Probleme oder eine unerwartete Kündigung können einen früheren Ausstieg erzwingen – also immer einen flexiblen Finanzplan im Hinterkopf behalten!

Ausgaben und Wohnsituation überprüfen

Wer denkt, dass Ausgaben im Alter einfach verschwinden, der irrt sich. Ein Haushaltsplan kann helfen, Einsparpotenziale aufzudecken. So können ungenutzte Abonnements oder eine zu große Wohnung ganz leicht reduziert werden. Manchmal ist ein Umzug in eine kleinere, altersgerechtere Wohnung der Schlüssel zu finanzieller Entlastung. Oder vielleicht sogar der Ausstieg aus einer teuren Region? Solche Optionen sollten auf jeden Fall durchgerechnet werden.

Und jetzt wird’s spannend: Es gibt verschiedene Entnahmestrategien, die sich bestens dafür eignen, das Vermögen effizient zu nutzen. Die 4-Prozent-Regel ist eine davon. Hierbei wird im ersten Rentenjahr 4 % des ursprünglichen Depotwerts entnommen und in den Folgejahren nur um die Inflation angepasst. Das klingt einfach, hat aber auch seine Tücken, vor allem, wenn die Märkte mal nicht so gut laufen. Aber in etwa 95 % der Fälle hat diese Strategie historisch gut funktioniert.

Die Vielfalt der Entnahmestrategien

Ein weiterer Ansatz ist die variable Entnahme. Hier wird jedes Jahr ein fester Prozentsatz des aktuellen Depotwerts entnommen. Das hat den Vorteil, dass man nicht in die Bredouille gerät, falls die Märkte mal schwächeln. Die Auszahlungen schwanken allerdings entsprechend – ein bisschen wie Wellenreiten! Die Dividendenstrategie ist auch eine Überlegung wert: Hier lebt man von den Ausschüttungen, ohne Anteile verkaufen zu müssen. Das kann es einem erleichtern, während eines Börsencrashs nicht in Panik zu verfallen.

Dann gibt es noch die sogenannte Bucket-Strategie, bei der das Vermögen in Töpfe aufgeteilt wird: Kurzfristig benötigtes Geld wird risikoarm angelegt, während der langfristige Teil weiter investiert bleibt. Das gibt Sicherheit, weil man in Krisenzeiten nicht sofort verkaufen muss. Und dann wäre da noch das Floor-&-Ceiling-Modell, das versucht, Entnahmen innerhalb eines festgelegten Korridors zu halten. So bleiben die Ausgaben planbar, ohne das Kapital übermäßig zu strapazieren.

Es gibt viele Wege, die alle ihre Vor- und Nachteile haben. Die Wahl der richtigen Strategie hängt von den persönlichen Risikopräferenzen ab. Wer sich unsicher fühlt, sollte nicht zögern, einen Finanzberater zurate zu ziehen. Eine einmalige Prüfung des Ruhestandsplans kann helfen, übersehene Risiken zu erkennen und zusätzliche Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Bevor es in den Ruhestand geht, ist es ratsam, einen Cash-Puffer aufzubauen und regelmäßig zu überprüfen, ob die Depotaufteilung noch passt. Ein monatlicher automatisierter Übertrag vom Tagesgeldkonto auf das Girokonto kann ein regelmäßiges Einkommen simulieren – und das ist Gold wert! Schließlich möchte man im Alter die Freiheit genießen, ohne ständig auf die Finanzen schauen zu müssen.