Heute ist der 8.06.2026 und die Diskussion über das neue Altersvorsorgedepot in Deutschland nimmt immer konkretere Formen an. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat klar gemacht, dass die gesetzliche Rente künftig nicht mehr als Hauptsäule der Altersvorsorge dienen soll. Stattdessen soll sie lediglich als Basisabsicherung fungieren. Umso wichtiger ist der geplante Ausbau der betrieblichen und privaten Altersvorsorge, der im Rahmen der Reformen vorangetrieben wird.
Ein zentrales Element dieser Reform ist das Altersvorsorgedepot, das mit staatlichen Zuschüssen für Geldanlagen wie ETFs und Aktien ausgestattet sein wird. Der Startschuss für dieses Depot soll im Januar 2027 fallen, allerdings gibt es bereits jetzt Bedenken, ob die Umsetzung dieses ambitionierten Vorhabens tatsächlich so reibungslos klappen wird, wie geplant. Und das ist nicht nur ein leeres Gerede – Kritiker aus der Finanzbranche warnen bereits, dass das staatliche Produkt die privatwirtschaftlichen Angebote untergraben könnte. Hier wird es spannend, denn es ist noch unklar, wer letztendlich das Altersvorsorgedepot umsetzen wird. Träger könnten unter anderem die Deutsche Bundesbank, Kenfo, die Deutsche Rentenversicherung oder die KfW sein.
Das neue Altersvorsorgedepot im Detail
Das Standarddepot soll vor allem eine einfache Anlagemöglichkeit für all jene bieten, die bisher noch nicht investiert haben. Voreingestellte Anlagestrategien und gedeckelte Kosten sind dabei Teil des Konzepts. Um gefördert zu werden, müssen Sparer monatlich mindestens 10 Euro einzahlen. Für Eigenbeiträge bis 360 Euro gibt es eine Förderung von 50 Cent pro Euro, bei höheren Beträgen zwischen 361 und 1.800 Euro gibt es sogar eine Grundzulage von 25 Cent pro Euro. Die Fördermöglichkeiten sind also durchaus attraktiv und könnten viele dazu bewegen, sich intensiver mit ihrer Altersvorsorge auseinanderzusetzen.
Doch wie sieht es mit der Auszahlung des Depot-Guthabens aus? Hier haben Sparer die Wahl zwischen einem Auszahlplan bis zum 85. Geburtstag oder einer lebenslangen Rentenzahlung. In beiden Fällen sind monatliche Auszahlungen vorgesehen, wobei man bei der lebenslangen Rente zwischen zwei Versionen wählen kann. Und falls jemand früher in die Auszahlungsphase wechseln möchte – das ist zwischen dem 65. und 70. Geburtstag möglich. Wer bereits eine gesetzliche Altersrente oder eine Beamtenpension bezieht, hat sogar die Möglichkeit, früher auf sein Geld zuzugreifen.
Flexibilität bei der Auszahlung
Ein weiteres interessantes Detail: Zu Beginn der Auszahlungsphase kann man 30% des angesparten Vermögens als Einmalzahlung entnehmen, was natürlich steuerliche Implikationen hat. Wer clever plant und die Auszahlung auf den 1. Januar des folgenden Jahres legt, kann seine Steuerlast minimieren – ein kleiner, aber feiner Trick! Die monatliche Auszahlung im Auszahlplan bis 85 Jahre wird dabei auf Basis des Depotwerts zum Stichtag berechnet, abzüglich der Teilkapitalisierung, geteilt durch die verbleibenden Monate bis zum 85. Geburtstag. Das bedeutet, dass die Höhe der Auszahlung je nach Marktbedingungen schwanken kann.
Ein Beispiel verdeutlicht das Ganze: Amar hat 200.000 Euro im Depot, entnimmt 30% (also 60.000 Euro) und das verbleibende Vermögen von 140.000 Euro wird dann auf 240 Monate verteilt. Je nach Verzinsung und Kosten könnte die erste Auszahlung bei etwa 470 Euro brutto liegen. Nach drei Jahren könnte sie auf rund 530 Euro steigen – und in den letzten drei Jahren könnte Amar sogar 1.420 Euro brutto monatlich erhalten.
Das klingt alles sehr vielversprechend, oder? Aber auch hier gibt es kritische Stimmen, die vor Wettbewerbsverzerrungen durch die staatliche Rolle als Anbieter warnen.
Die Verbraucherzentrale empfiehlt, mit dem Abschluss des staatlichen Standardprodukts zu warten und nicht übereilt zu handeln, was für viele eine kluge Herangehensweise sein könnte. Schließlich gilt es, die Angebote genau zu vergleichen, bevor man sich bindet. Bis zur vollständigen Umsetzung des Altersvorsorgedepots wird es sicherlich noch einige Diskussionen geben, und Experten sind sich einig, dass viele Anbieter die Komplexität des Vorhabens unterschätzt haben. Bleibt also abzuwarten, wie sich die Situation bis 2027 entwickelt.