Deutsche misstrauen Standarddepot: 77 % wollen selbst über Altersvorsorge entscheiden
Heute ist der 2.11.2026 und es gibt Neuigkeiten aus der Welt der Altersvorsorge, die aufhorchen lassen! Eine aktuelle INSA-Umfrage im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) hat die Meinungen der Deutschen zum geplanten Standarddepot unter die Lupe genommen. Und das Ergebnis ist… nun ja, interessant. Nur 10 % der Befragten möchten sich auf eine vorgegebene Standardvariante verlassen, bei der sie keine eigenen Entscheidungen treffen müssen. Das Standarddepot soll ja schließlich den Einstieg in die kapitalgedeckte Altersvorsorge erleichtern und viele Anleger von der Last der Anlageentscheidungen befreien.
Doch was sagen die Zahlen wirklich? Eine ordentliche Mehrheit, nämlich 77 %, will ihre Altersvorsorge selbst steuern. 49 % möchten sich zunächst beraten lassen und danach selbst entscheiden, während 28 % ohne jegliche Beratung die Zügel in die Hand nehmen wollen. Es scheint, als ob die Deutschen ein gesundes Misstrauen gegenüber vorgefertigten Lösungen hegen. Ohnehin zeigt sich, dass Männer und Frauen unterschiedlich ticken. So wollen 32 % der Männer ihre Anlagen ohne Beratung selbst auswählen, während bei den Frauen nur 24 % dies anstreben. Ganz anders sieht es bei denjenigen aus, die sich erst beraten lassen möchten: Hier sind es 50 % der Frauen und 47 % der Männer, die diesen Weg bevorzugen.
Haushaltsnettoeinkommen und Altersvorsorge
Ein weiterer interessanter Aspekt der Befragung ist die Verteilung der Meinungen nach Haushaltsnettoeinkommen. Bei einem Einkommen von weniger als 1.000 Euro möchten 35 % der Befragten zuerst eine Beratung in Anspruch nehmen, bevor sie selbst entscheiden. Bei denjenigen mit 2.000 bis 3.000 Euro sieht die Sache schon ganz anders aus: Hier liegt der Anteil derjenigen, die sich beraten lassen und dann selbst entscheiden, bereits bei 58 %. Das zeigt, wie stark das Einkommen die Entscheidungskompetenz beeinflusst!
Doch wie steht es um die Risiken der Geldanlage? Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass Wertpapierkurse schwanken können und bei einer negativen Wirtschafts- oder Börsenentwicklung sogar dauerhaft unter den Kaufkurs fallen. Das eingesetzte Kapital kann also teilweise oder sogar vollständig verloren gehen. Fonds sind nicht für Anleger geeignet, die eine risikolose Geldanlage anstreben. Deshalb sollte man sein Geld möglichst mindestens fünf Jahre im Fonds belassen, um Wertschwankungen auszugleichen. Die künftige Wertentwicklung kann von der Vergangenheit abweichen – und das sollte man im Hinterkopf behalten.
Das Standarddepot im Detail
Das Standarddepot, das insbesondere für vorsichtige oder unerfahrene Anleger gedacht ist, bietet feste Vorgaben. Es werden lediglich zwei vom Anbieter festgelegte Fonds verwendet: ein sicherheitsorientierter Fonds der Risikoklasse 1 oder 2 und ein renditeorientierter Fonds der Risikoklasse 3, 4 oder 5. Die Effektivkosten sind dabei auf maximal 1,00 Prozent begrenzt. Vor Beginn der Auszahlungsphase wird das Vermögen schrittweise in den risikoärmeren Fonds umgeschichtet, was das Risiko größerer Verluste kurz vor dem Ruhestand verringern soll. Das klingt doch nach einem durchdachten Konzept, oder?
Und das ist noch nicht alles! Bei der Altersvorsorge gibt es auch Zuschüsse, die es zu nutzen gilt. So können bis zu 300 Euro pro Kind und Jahr als Kinderzulage erhalten werden, vorausgesetzt, man leistet einen Eigenbeitrag von 300 Euro jährlich. Auch der Berufseinsteigerbonus bietet eine Möglichkeit, sich 200 Euro zu sichern, wenn man vor dem 25. Geburtstag einen förderfähigen Altersvorsorgevertrag abschließt. Es gibt viele Möglichkeiten, seine Altersvorsorge zu gestalten – und es lohnt sich, sich damit auseinanderzusetzen, denn die Zukunft lässt sich nicht auf die leichte Schulter nehmen.
