Heute ist der 1.11.2026 und wir tauchen ein in ein Thema, das viele von uns betrifft, aber oft nur am Rande wahrgenommen wird: die Altersvorsorge während der Elternzeit. Wenn du denkst, dass die Elternzeit nur eine Auszeit vom Job ist, dann hast du einen großen Punkt übersehen. Die finanziellen Auswirkungen können enorm sein – vielleicht sogar bis zu 222.000 Euro bis zur Rente, wenn man die Dinge nicht richtig anpackt.

Eine Modellrechnung von Verivox macht das deutlich. Stell dir vor, du bist eine Sparerin, die mit 25 Jahren anfängt, monatlich 300 Euro in einen ETF-Sparplan zu investieren. Mit einer angenommenen Rendite von 7,5 Prozent wächst dein Depot bis zum 67. Lebensjahr auf stolze 991.000 Euro. Klingt gut, oder? Aber jetzt kommt der Haken: Wenn du mit 30 Jahren ein Kind bekommst, reduziert sich deine Sparrate im ersten Jahr der Elternzeit um 35 Prozent auf 195 Euro. Das bedeutet, dass dir allein in diesem Jahr etwa 17.700 Euro Depotvermögen entgehen könnten. Und das ist erst der Anfang.

Elternzeit und ihre finanziellen Herausforderungen

Die Elternzeit, die dir gesetzlich bis zu 36 Monate zusteht, kann finanziell ganz schön herausfordernd sein. Das Elterngeld ersetzt nur einen Teil des wegfallenden Einkommens – in der Regel zwischen 65 und 67 Prozent deines Nettoeinkommens, was maximal 1.800 Euro pro Monat ausmacht. Das Minimum liegt bei 300 Euro. Das bedeutet, dass viele Eltern in dieser Zeit auf einen Teil ihres Einkommens verzichten müssen, was sich direkt auf die Sparraten auswirkt.

Wenn du während der Elternzeit in Teilzeit arbeitest, was seit 2024 bis zu 32 Stunden pro Woche erlaubt ist, kann das dein Elterngeld beeinflussen. Aber die guten Nachrichten: Ein ETF-Sparplan darf während der Elternzeit weiter laufen! Du kannst also entscheiden, ob du die Sparrate beibehalten, reduzieren oder sogar ganz aussetzen möchtest – abhängig von deinen finanziellen Möglichkeiten und Ausgaben. Und obwohl die Erträge aus deinem ETF als Kapitalerträge gelten und nicht als Erwerbseinkommen, solltest du trotzdem die steuerlichen Aspekte im Auge behalten.

Wie du das Beste aus der Situation machst

Zusätzlich gibt es verschiedene Wege, wie du deinen Sparplan während dieser Zeit gestalten kannst. Wenn du beispielsweise weiterhin 200 Euro monatlich sparst, könntest du bei einer Laufzeit von 30 Jahren und einer Rendite von 7 Prozent rund 244.000 Euro Endkapital erzielen. Eine Reduzierung auf 100 Euro hingegen könnte dich bei 25 Jahren Restlaufzeit um etwa 7.500 bis 8.000 Euro bringen. Und wenn du ganz pausierst, kann das Endkapital erheblich schrumpfen – eine vollständige Pause von 24 Monaten könnte in einem ähnlichen Beispiel eine Reduktion um rund 18.000 Euro nach sich ziehen.

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Aber hey, eine vollständige Pause ist manchmal notwendig, um laufende Ausgaben zu decken. Und wenn du den Partner in den ersten Jahren der Elternzeit mit ins Boot holst und dieser zusätzlich 150 Euro monatlich übernimmt, kann das Depotvermögen bis zur Rente um etwa 102.000 Euro steigen. So wird das Sparen für die Zukunft gleich etwas einfacher.

Die Rolle des Kindergeldes und steuerliche Tipps

Nicht zu vergessen: Kindergeld! Seit 2023 gibt es einheitlich 250 Euro pro Kind und Monat. Das können schöne Summen sein, die man in einen Sparplan für das Kind stecken kann. Und denke daran, den Freistellungsauftrag regelmäßig zu überprüfen, um steuerliche Vorteile optimal zu nutzen. Der Sparerpauschbetrag beträgt 1.000 Euro für Einzelpersonen und 2.000 Euro für zusammen veranlagte Ehepaare. Pro Tipp: Wenn du dir unsicher bist, ist eine steuerliche Beratung nie verkehrt.

Und während wir von Steuern sprechen – das Elterngeld selbst ist zwar steuerfrei, unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt, was bedeutet, dass es den Steuersatz auf dein übriges Einkommen im selben Jahr erhöhen kann. Eine gute Planung kann hier Wunder wirken.

Schließlich: Denk daran, dass es keine Schande ist, mal eine kleine Pause beim Sparen einzulegen. Eine kurze Sparpause ist oft verkraftbar, und eine reduzierte Sparrate kann den Zinseszinseffekt sogar teilweise erhalten. Aber eine größere Pause, sagen wir von 12 bis 24 Monaten, könnte dein späteres Endkapital um 10.000 bis 20.000 Euro reduzieren – was nicht gerade unerheblich ist. Doch es ist kein finanzielles Desaster, solange du die Lage im Griff behältst.