Liechtenstein diskutiert innovative „Babyvorsorge“ als Lösung für Altersvorsorgeprobleme
Heute ist der 5.11.2026 und während die ersten kalten Winde des Winters durch die Straßen wehen, dreht sich in Liechtenstein alles um die Altersvorsorge. Die Diskussionen sind hitzig, es wird debattiert, gestritten und auch mal gelacht. Aber eines steht fest: Das bestehende System der Altersvorsorge soll reformiert werden, und das ganz unabhängig von einem neuen Generationenfonds, den die Mehrheit des Parlaments abgelehnt hat. Stattdessen wird eine alternative Idee laut – die sogenannte „Babyvorsorge“.
Das Konzept, das von der Fortschrittlichen Bürgerpartei (FBP) ins Spiel gebracht wurde, sieht vor, dass für jedes Neugeborene ein staatlich festgelegter Betrag an der Börse angelegt wird. Ein innovativer Ansatz, oder? FBP-Abgeordneter Lino Nägele hebt die „Babyvorsorge“ als eine zukunftsfähige Lösung hervor. Die Idee dahinter ist, den jungen Menschen bereits bei der Geburt einen finanziellen Start zu ermöglichen, der sich über die Jahre auszahlen soll. Es wäre sozusagen ein kleines Geschenk des Staates, das mit den Jahren wachsen könnte.
Ein tieferer Blick in die „Babyvorsorge“
Erst am 28. August 2026 hat sich der Landesvorstand der FBP eingehend mit diesem Modell befasst. Nach einer lebhaften Diskussion war man sich weitgehend einig, dass es sinnvoll wäre, dieses Konzept weiter zu verfolgen und näher zu prüfen. Was sind die Beweggründe für diesen Schritt? Demografische Veränderungen, eine steigende Lebenserwartung und der wachsende Pflegebedarf sind nur einige der Herausforderungen, die Liechtensteins Altersvorsorgesystem derzeit belasten.
Ein weiterer Punkt, der für die „Babyvorsorge“ spricht: Liechtenstein hat ein solides staatliches Finanzvermögen. Es könnte also durchaus sinnvoll sein, dieses Vermögen zu nutzen, um eine nachhaltige Alters- und Pflegevorsorge zu schaffen. Prof. Dr. Michael Hanke von der Universität Liechtenstein hat das Modell einer ergänzenden Vorsorgesäule präsentiert. Für jedes Neugeborene soll einmalig ein Startkapital auf einem individuellen Vorsorge- und Pflegekonto angelegt werden – eine Art finanzieller Begleiter durch das Leben. Das Geld würde dann über etwa 70 Jahre global investiert werden und könnte im Rentenalter oder bei vorzeitiger Pflegebedürftigkeit als Zusatzrente zur Verfügung stehen.
Die Herausforderungen der Altersvorsorge
Die Diskussion über die Altersvorsorge steht im Schatten einer ernsthaften Warnung: Liechtensteins AHV-Reserven reichen derzeit nur für etwa zehn Jahresausgaben. Mit dem demografischen Wandel könnten diese Reserven bis 2040 auf gerade einmal vier Jahresausgaben sinken – und das ist, gelinde gesagt, besorgniserregend. Die Regierung hat deshalb ein vierteiliges Reformpaket schnürt, das unter anderem eine Erhöhung der AHV-Beitragssätze, eine Anhebung des Rentenalters und eine einmalige staatliche Einlage von 100 Millionen Franken in den AHV-Fonds umfasst. Ein mutiger Schritt, der auch auf ein gewisses Unbehagen in der Bevölkerung stößt.
Einmalige Einlagen, höhere Beiträge, das Rentenalter auf 66 Jahre anheben – die Meinungen dazu sind geteilt. Während einige die Maßnahmen unterstützen, gibt es auch kritische Stimmen, die eine umfassendere Prüfung der finanziellen Möglichkeiten des Staates fordern. Schließlich ist die AHV nicht nur eine finanzielle Absicherung, sondern auch ein wichtiger Pfeiler für die Kaufkraft älterer Menschen und die wirtschaftliche Stabilität im Land.
Die Planung und Durchführung dieser Reformen ist eine Herausforderung, die alle – von Politikern über Wirtschaftsvertreter bis hin zu den Bürgern – betrifft. Es bleibt also spannend zu beobachten, wie sich die Diskussion über die Altersvorsorge in Liechtenstein weiterentwickelt und welche Lösungen letztlich umgesetzt werden.
