Neues Kapitel in der Altersvorsorge: Riester-Sparer können 2027 Kapital in flexible Depots übertragen
Heute ist der 3.11.2026, und die Welt der Altersvorsorge steht Kopf. Ab 2027 wird für viele Riester-Sparer ein neues Kapitel aufgeschlagen, denn sie können ihr angespartes Kapital in neue Altersvorsorgedepots übertragen. Ein Umstand, der nicht nur Chancen, sondern auch Herausforderungen mit sich bringt. Denn plötzlich könnten die gewaltigen Riester-Milliarden in frische Depots fließen. Das klingt zunächst nach einer tollen Sache – die neugewonnenen Möglichkeiten und Flexibilität, die damit einhergehen, sind mehr als verlockend. Doch für die Versicherungsmakler wird die Sache knifflig. Wie es aussieht, könnte beim Wechsel ein Vergütungsproblem lauern.
Das Altersvorsorgereformgesetz, das am 8. Mai 2026 im Bundesrat verabschiedet wurde, verbietet es, bereits staatlich gefördertes Kapital erneut mit Abschluss- und Vertriebskosten zu belasten. Ein klarer Hinweis darauf, dass es hier nicht nur um die neuen Produkte geht, sondern auch um die Art und Weise, wie die Vermittler entlohnt werden. Brancheninsider sind sich einig, dass die Vergütungsfrage die geplante Reform der privaten Altersvorsorge kurz vor ihrem Start zusätzlich belasten könnte. Eine klare Antwort dazu, ob die Vermittler für die Betreuung des übertragenen Vermögens eine laufende, volumenabhängige Bestandsprovision erhalten dürfen, steht noch aus. Das Bundesfinanzministerium und der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) haben dazu auf Anfrage keine abschließende Stellungnahme abgegeben.
Die neuen Möglichkeiten der Altersvorsorge
Die Reform selbst zielt darauf ab, die private Altersvorsorge flexibler, kostengünstiger und renditestärker zu gestalten. Ab 2027 soll die Riester-Rente durch ein neues staatlich gefördertes Modell ersetzt werden, das zahlreiche Produktvarianten bietet. Künftig wird man zwischen einer lebenslangen Rente und einem zeitlich befristeten Auszahlplan wählen können. Die neuen Altersvorsorgedepots sind in verschiedenen Varianten verfügbar: von einem Depot ohne Beitragsgarantie über Produkte mit 80- und 100-prozentiger Beitragsgarantie bis hin zum Standardprodukt, das einfach handhabbar ist und dessen Effektivkosten auf 1,0 Prozent begrenzt werden sollen.
Besonders spannend sind die Altersvorsorgedepots ohne Garantien. Diese sind für risikofreudige Sparer gedacht, die bereit sind, ein höheres Anlagerisiko für mögliche höhere Renditen einzugehen. Aber auch für diejenigen, die eine gewisse Sicherheit wünschen, gibt es Optionen: Mit Garantieprodukten wird garantiert, dass am Ende der Ansparphase mindestens 80 oder 100 Prozent der eingezahlten Beiträge zur Verfügung stehen. Diese verschiedenen Ansätze könnten den Markt ordentlich aufmischen – und das nicht nur für die Sparer.
Die Förderung und wer davon profitiert
Ein weiterer wichtiger Punkt, der nicht unerwähnt bleiben sollte, ist die geplante Förderung. Künftig wird die Grundzulage bei einem Eigenbeitrag von bis zu 720 Euro auf 360 Euro und für weitere Beiträge bis 1.440 Euro auf 25 Cent je Euro berechnet. Das klingt nach einer fairen Regelung, die mehr Menschen in die private Altersvorsorge einbeziehen könnte. Ab 2027 sollen zudem auch Selbstständige mit Einkünften aus Gewerbebetrieb oder selbstständiger Arbeit sowie Pflichtmitglieder berufsständischer Versorgungseinrichtungen förderberechtigt sein. Das sind gute Nachrichten für viele, die bisher außen vor waren.
Ein Wechsel in die neuen Verträge soll ebenfalls unkompliziert möglich sein – ohne dass die bereits erhaltene Förderung zurückgezahlt werden muss. Hier könnte sich eine goldene Gelegenheit bieten, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Aber auch hier ist Vorsicht geboten: Es können gesetzlich begrenzte Wechsel-, Abschluss- oder Vertriebskosten entstehen. Wer einen neuen Vertrag abschließt, kann jedoch weiterhin bestehende Verträge parallel besparen, was zusätzlichen Spielraum schafft.
Ein Blick in die Zukunft
Was uns die Zukunft bringt, bleibt spannend. Die Reform der privaten Altersvorsorge könnte viele positive Veränderungen mit sich bringen, aber auch die Herausforderungen für die Makler sind nicht zu unterschätzen. Die Unsicherheiten in Bezug auf die Vergütung könnten für einige ein Hindernis darstellen. Es bleibt abzuwarten, wie sich der Markt entwickeln wird und welche Produkte sich tatsächlich durchsetzen. Die Gespräche und Beratungsangebote bei der Deutschen Rentenversicherung sowie durch Verbraucherzentralen werden hier sicherlich eine wichtige Rolle spielen.
Insgesamt zeigt sich, dass die Welt der Altersvorsorge in Bewegung ist. Die neuen Regelungen und Möglichkeiten bieten Chancen, die jetzt nur noch darauf warten, genutzt zu werden. Ob man nun zu den Risikosparern oder den Sicherheitsliebenden zählt, eines ist gewiss: Die Entscheidung wird nicht leicht, aber sie könnte sich auf lange Sicht als äußerst lohnenswert herausstellen. Vielleicht wird ja alles gut – oder sogar besser! Wer weiß das schon? Auf alle Fälle wird es nie langweilig im Dschungel der Altersvorsorge.
