Revolution der Altersvorsorge: Ab 2027 ersetzt das neue Altersvorsorgedepot die Riester-Rente
Heute ist der 31.10.2026 und es brodelt in der Welt der Altersvorsorge. Ab dem 1. Januar 2027 wird das neue Altersvorsorgedepot die Riester-Rente für Neuverträge ablösen. Das Ganze ist nicht nur ein weiteres Angebot, sondern eine echte Reform, die am 29. Mai 2026 mit dem „Gesetz zur Reform der steuerlich geförderten privaten Altersvorsorge“ (BGBl. I 2026, Nr. 156) beschlossen wurde. Das Ziel? Die oft als kompliziert und kostspielig empfundene Riester-Rente hinter sich zu lassen. Stattdessen stehen den Sparern moderne Wertpapierdepots zur Verfügung – wie Aktien- oder Anleihen-ETFs. Ziemlich spannend, oder?
Eine der großen Neuerungen ist die Flexibilität. Sparer können sich von der verpflichtenden Beitragsgarantie verabschieden, die viele als Hemmschuh empfunden haben. Stattdessen haben sie die Wahl zwischen verschiedenen Garantien von 0, 80 oder 100 Prozent. Das neue System soll auch für mehr Menschen zugänglich sein. Ab 2027 sind nicht nur gesetzlich Rentenversicherte und Beamte förderberechtigt, sondern auch Selbstständige, Freiberufler und Mitglieder von berufsständischen Versorgungseinrichtungen. Ein echter Schritt in die Zukunft!
Finanzielle Anreize und Förderungen
Bei den finanziellen Anreizen gibt es einiges zu beachten. Die Grundzulage beträgt maximal 540 Euro jährlich. Das klingt erstmal vielversprechend, doch um die volle Förderung zu erhalten, müssen Sparer einen Eigenbeitrag von 1.800 Euro pro Jahr leisten. Für einen Mindestbeitrag von 120 Euro jährlich gibt’s immerhin 60 Euro Grundzulage. Und wenn noch Kinder im Spiel sind? Dann gibt es bis zu 300 Euro Kinderzulage pro Kind. Für Berufseinsteiger bis 25 Jahre gibt’s einen Bonus von 200 Euro – eine schöne Motivation für den Start ins Berufsleben.
Die Besteuerung? Die erfolgt erst in der Auszahlungsphase. Das bedeutet, dass während der Ansparphase weder Abgeltungssteuer noch Vorabpauschale anfallen. Ein echter Pluspunkt! Außerdem bleibt das Depotvermögen im Falle einer Insolvenz der Depotbank oder des Fondsanbieters geschützt. Im schlimmsten Fall kann das Guthaben ohne Abzüge auf den Altersvorsorgevertrag des Ehegatten oder des eingetragenen Lebenspartners übertragen werden. Das gibt ein bisschen Sicherheit in unsicheren Zeiten.
Die Anbieter im Vergleich
Nun zu den Anbietern. Scalable Capital hat bereits am 9. Oktober 2026 sein Altersvorsorgedepot vorgestellt. Hier gibt es ein automatisches Standarddepot mit einer altersabhängigen Aufteilung auf Aktien- und Anleihen-ETFs sowie ein Selbstentscheider-Depot, in dem man aus verschiedenen ETFs, Fonds und Private-Markets-Produkten wählen kann. Und das Beste: Die laufenden ETF-Kosten sollen bis Ende 2027 vollständig entfallen! Trade Republic, nur wenige Tage später, hat ebenfalls sein Angebot präsentiert, das ohne laufende Depotgebühren auskommt und monatliche Kostenerstattungen für ausgewählte ETFs vorsieht. Beide Anbieter haben keine festen Obergrenzen für die Kostenübernahme angegeben. Das lässt Raum für Spekulationen.
Beim Vergleich der Angebote wird deutlich, dass beide Anbieter einige Gemeinsamkeiten haben: keine laufenden Depotgebühren, kostenlose Sparplanausführungen und eine Erstattung der Produktkosten. Scalable Capital bietet allerdings auch eigene ETFs und Private-Markets-Produkte an. Die Entscheidung, welcher Anbieter der richtige ist, hängt letztendlich von der persönlichen Anlagestrategie ab. Will man lieber automatisiert sparen oder die Zügel selbst in die Hand nehmen? Das ist hier die Frage.
Ein Blick in die Zukunft
Die neuen Altersvorsorgedepots sind eine spannende Entwicklung für die private Altersvorsorge in Deutschland. Anbieter wie Trade Republic, Scalable Capital und andere Neobroker stehen in den Startlöchern, um ihren Kunden attraktive Angebote zu machen. Es wird sogar empfohlen, bereits jetzt Vormerkungen für das neue Depot vorzunehmen, denn ein späterer Start könnte wertvolle Fördermonate kosten. Wer bis zum 1. Januar 2027 noch einen Riester-Vertrag abschließen möchte, sollte sich sputen, denn das ist nur noch bis Ende des Jahres möglich.
Zusammenfassend bleibt zu sagen: Die Reform der Altersvorsorge bringt frischen Wind in die Branche. Die Möglichkeiten sind vielfältig, die Anreize verlockend, und die Sicherheit ist nicht zu verachten. Es bleibt spannend, wie sich die Anbieter entwickeln und welche weiteren Angebote auf den Markt kommen. Aber eines ist sicher: Die Zukunft der Altersvorsorge steht vor der Tür – und sie ist modern, flexibel und hoffentlich auch für viele zugänglich.
