Heute ist der 6.11.2026, und während der Herbstwind durch die Straßen weht, machen sich viele Gedanken über die eigene Zukunft. In Deutschland geht es um mehr als nur um die nächste Jahreszeit – es geht um Selbstbestimmung. Es ist ein Thema, das uns alle betrifft, und die aktuellen Zahlen sind ein ziemlicher Wachmacher.

Eine neue Umfrage des Swiss Life Selbstbestimmungsbarometers zeigt, dass nur 52 % der Menschen in Deutschland sich grundsätzlich selbstbestimmt fühlen. Das ist der niedrigste Wert seit Beginn dieser Erhebung im Jahr 2019! Was ist da los? Ein Rückblick auf die letzten Jahre zeigt, dass es 2019 noch 54 % waren, 2020 sogar 63 %. Doch seither geht es bergab. Die Ergebnisse stammen aus einer Online-Befragung von 1.000 repräsentativ ausgewählten Personen zwischen 18 und 79 Jahren, durchgeführt von Bilendi im Juli 2026.

Optimismus auf der Strecke geblieben

Es wird noch düsterer, wenn man bedenkt, dass lediglich 36 % der Befragten optimistisch in die Zukunft blicken. Da fragt man sich schon, was die Menschen dazu bringt, so pessimistisch zu sein. In den verschiedenen Lebensbereichen ist die Selbstbestimmung unterschiedlich ausgeprägt. In der Freizeit fühlen sich die meisten noch recht frei – ganze 68 %. Im Sozialleben sind es 66 %, und in Familie und Partnerschaft immerhin 64 %. Aber die aktuellen Finanzen? Nur 46 % fühlen sich hier selbstbestimmt, und bei der finanziellen Altersvorsorge sinkt dieser Wert auf bescheidene 35 %. Politische Themen und gesellschaftliche Mitbestimmung scheinen mit 25 % fast schon in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden.

Ein Lichtblick? 82 % der Befragten wünschen sich ein finanziell selbstbestimmtes Leben. Doch was bedeutet das für sie konkret? Die Antworten sind klar: Genügend Geld haben (43 %), finanziell abgesichert sein (40 %) und selbst entscheiden zu können (37 %). Es sind die kleinen Freiheiten, die für große Zufriedenheit sorgen. Aber was hält sie davon ab? Die größte Hürde sind die steigenden Preise – 65 % sehen darin ein großes Problem. Zu geringes Einkommen (40 %) und hohe Miet- sowie Energiekosten (38 %) sind ebenfalls kritische Faktoren. Gesundheits- und Pflegekosten machen den Menschen ebenfalls zu schaffen (37 %), und 36 % fühlen sich durch zu wenig Erspartes eingeschränkt.

Finanzwissen als Schlüssel zur Selbstbestimmung

Interessant ist der Zusammenhang zwischen Finanzwissen und Vorsorgeverhalten. Personen, die sich selbst als finanziell gebildet einschätzen, schieben Finanzthemen nur zu 7 % auf und bewerten ihre Ruhestandsplanung zu 36 % als gut. Im Gegensatz dazu stehen die, die sich weniger sicher fühlen: 45 % von ihnen schieben ihre Finanzangelegenheiten auf, und nur 24 % glauben, dass sie bei der Ruhestandsplanung gut aufgestellt sind. Es scheint, als würde das Wissen über Finanzen nicht nur die Entscheidungen, sondern auch die Selbstbestimmung beeinflussen.

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Ein weiterer Punkt, der zum Nachdenken anregt: 45 % der Befragten sehen sich selbst als verantwortlich für den Erfolg oder Misserfolg ihrer Altersvorsorge. Doch nur 12 % würden in finanziellen Engpässen auf staatliche Unterstützung vertrauen. Die meisten möchten proaktiv handeln. 54 % halten es für wichtig, bereits jetzt Geld für die Zukunft zurückzulegen, und 52 % wünschen sich, dass ihr Geld für ein langes, selbstbestimmtes Leben reicht. Leider fühlen sich nur 20 % auf unvorhergesehene Ereignisse wie Krankheit oder Jobverlust gut vorbereitet.

Die Umfrage zeigt auch geschlechtsspezifische Unterschiede. Männer und Frauen sind in der finanziellen Verantwortung des Alltags weitgehend gleichauf. Bei Investitionsentscheidungen fühlen sich jedoch 52 % der Männer verantwortlich, während es bei den Frauen nur 41 % sind. Wenn es um die Planung des Ruhestands geht, sind 31 % der Männer optimistisch, aber nur 19 % der Frauen. Das zeigt, dass es hier noch viel zu tun gibt, um auch Frauen zu ermutigen, sich mit Finanzen und Vorsorge auseinanderzusetzen. Immerhin möchte ein Viertel der Frauen ihr Wissen in diesen Bereichen erweitern.

In einer Welt, die sich ständig verändert, wird die finanzielle Selbstbestimmung zu einer immer drängenderen Herausforderung. Vielleicht ist es an der Zeit, nicht nur die Zahlen zu betrachten, sondern auch, wie wir uns gegenseitig unterstützen können, um ein selbstbestimmtes Leben zu führen – egal in welchem Lebensbereich. Es bleibt spannend, wie sich das Selbstbestimmungsbarometer in den kommenden Jahren entwickeln wird. Die Zukunft gehört denen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und selbstbestimmt zu handeln.