Die Elternzeit ist für viele frischgebackene Mütter und Väter eine aufregende, aber auch herausfordernde Zeit. Und während der Windelwechsel und das nächtliche Aufstehen mit dem Baby anfangs noch recht charmant erscheinen, wird einem schnell klar, dass auch die finanzielle Situation auf dem Kopf steht. Die monatlichen Kosten für ein Kind summieren sich in den ersten Jahren auf etwa 750 bis 1.000 Euro. Da kommt die Frage auf: Wie kann man trotz Elternzeit für die Rente vorsorgen?

Hier kommen ETF-Sparpläne ins Spiel, die sich als eine hervorragende Möglichkeit erweisen, um auch in dieser Lebensphase ein Vermögen aufzubauen. Auch wenn es verlockend ist, während der Elternzeit einfach alles auf Eis zu legen, kann eine gewisse Kontinuität beim Sparen entscheidend sein. Aber wie sieht das konkret aus? In einer aktuellen Modellrechnung wird deutlich, dass bereits eine kurze Pause im Sparplan erhebliche finanzielle Auswirkungen haben kann.

Die finanziellen Auswirkungen einer Babypause

Modellrechnungen des Vergleichsportals Verivox zeigen, dass die Vermögenslücke durch eine einjährige Babypause bis zu 17.700 Euro betragen kann. Das passiert, wenn eine Sparerin, die mit 25 Jahren monatlich 300 Euro in ihren ETF-Sparplan einzahlt, mit 30 Jahren ein Kind bekommt und im ersten Jahr der Elternzeit die Sparrate auf 195 Euro sinkt. Das Elterngeld, das 65 Prozent des vorherigen Einkommens ersetzt, reicht oft nicht aus, um den Lebensstandard zu halten und gleichzeitig weiter zu sparen.

Und es wird noch kniffliger: Wenn die Elternzeit länger als ein Jahr dauert, kann die Situation dramatisch werden. Bei einer dreijährigen Auszeit könnte die Sparerin bis zur Rente rund 108.000 Euro weniger auf ihrem Depot haben. Bei sechs Jahren Pause sagt Verivox sogar eine Lücke von bis zu 222.000 Euro voraus. Der Großteil dieser Differenz entsteht durch entgangene Erträge. Das klingt nach einer Menge Geld und erfordert eine durchdachte Strategie, um diese Lücken zu schließen.

Elternzeit: Möglichkeiten und Strategien

<pEine interessante Option ist, den ETF-Sparplan während der Elternzeit einfach weiterzuführen. ETF-Erträge aus einem bestehenden Depot gelten als Kapitalerträge und beeinflussen das Elterngeld nicht. Eltern haben sogar die Möglichkeit, während der Elternzeit bis zu 32 Stunden pro Woche zu arbeiten, ohne ihren Anspruch auf Elterngeld zu verlieren. Das eröffnet zusätzliche Planungsspielräume, um die finanzielle Lücke zu schließen.

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Die Einsparstrategien sind vielfältig. Einige Paare entscheiden sich, den ETF-Sparplan zu reduzieren, statt ihn komplett auszusetzen. Eine Reduzierung von 200 auf 100 Euro kann bei einer Restlaufzeit von 25 Jahren beispielsweise 7.500 bis 8.000 Euro an Endkapital kosten. Das klingt nach viel, ist es auch! Doch selbst ein kleiner Betrag wie 50 Euro im Monat kann über die Jahre eine beachtliche Summe ausmachen, vor allem wenn man den Zinseszinseffekt bedenkt. Nach der 72er-Regel verdoppelt sich Kapital bei einer jährlichen Rendite von 7 Prozent etwa alle 10,3 Jahre.

Die Rolle des Partners und gemeinsame Planung

Eine gemeinsame Planung des Vermögensaufbaus kann ebenfalls helfen, finanzielle Einbußen abzumildern. Wenn der Partner während der Jahre zwei bis sechs der Auszeit monatlich 150 Euro in den ETF-Sparplan einzahlt, könnte das Depot bis zum Rentenbeginn auf gut 871.000 Euro wachsen. Das sind rund 102.000 Euro mehr als bei einem vollständigen Sparstopp nach dem ersten Jahr. Es zeigt sich, dass eine gute Kommunikation und ein gemeinsames Ziel entscheidend sind.

Und nicht zu vergessen: Das Elterngeld selbst ist steuerfrei, unterliegt jedoch dem Progressionsvorbehalt. Das kann den Steuersatz auf andere Einkünfte erhöhen. Ein Freistellungsauftrag kann helfen, um die Steuerlast auf ETF-Ausschüttungen zu reduzieren. Dabei ist es ratsam, die individuellen steuerlichen Rahmenbedingungen im Auge zu behalten, um keine Überraschungen zu erleben.

Die Elternzeit sollte also nicht nur als Auszeit, sondern auch als Chance gesehen werden, die finanzielle Zukunft der Familie aktiv zu gestalten. Ob durch regelmäßige Sparraten, die Nutzung von Kindergeld oder die kluge Auswahl von ETFs – mit etwas Planung kann man auch in dieser Lebensphase für die Rente vorsorgen. Und wem das alles zu kompliziert erscheint, der kann sich auch professionelle Hilfe holen, um die besten Entscheidungen für die eigene Situation zu treffen. Letztlich ist es wichtig, dass sowohl emotionale als auch finanzielle Aspekte in Einklang gebracht werden.