Rentenreform jetzt: NYOK fordert gemischte Indexierung zur Bekämpfung der Altersarmut
Die Sorgen um die Renten steigen – und das nicht erst seit gestern. Die Nationale Vertretung der Rentner (NYOK) hat sich jetzt zu Wort gemeldet und fordert ein stufenweises Korrekturprogramm sowie eine gemischte Indexierung, um den Wertverlust der Renten zu stoppen. Es ist kein Geheimnis, dass die Renten für viele Menschen nicht mehr das bieten, was sie einst versprachen. Laut NYOK ist die Kluft zwischen früher und später festgelegten Renten mittlerweile untragbar groß. Wenn wir einen Blick auf die Zahlen werfen, wird das schnell klar: Die Durchschnittsrente betrug Anfang der 2010er Jahre noch etwa 65–70 Prozent des durchschnittlichen Nettolohns. Heute ist dieser Anteil auf unter 50 Prozent gefallen. Eine schockierende Entwicklung, die die Verarmung älterer Menschen immer weiter vorantreibt.
Die NYOK hat sich intensiv mit der Situation auseinandergesetzt und ist der Meinung, dass eine rein inflationsgebundene Rentenerhöhung nicht mehr ausreicht. Um die zunehmende Kluft zwischen den Renten und den Löhnen zu schließen, bedarf es einer gemischten, teilweise lohngebundenen Indexierung. Die Vorschläge der NYOK sind klar: Im Jahr 2027 soll über die Einführung dieser Indexierung entschieden werden und ab 2028 soll sie gesetzlich umgesetzt werden. Dazu kommt die Forderung nach einem regelmäßigen Forum, in dem die Interessen landesweiter Senioren- und Rentnervertretungen abgestimmt werden können. Damit könnte man endlich eine Stimme für die Bedürfnisse der älteren Generation schaffen.
Ein gerechtes Rentensystem für alle
Ein weiterer Punkt, den die NYOK anspricht, ist die Anhebung der niedrigen Renten, insbesondere der seit Langem unveränderten Mindestrente. Doch die derzeit geplante stufenweise Anhebung wird von der Organisation als ungerecht empfunden. Ein sozial orientierter Anstieg wird zwar als akzeptabel erachtet, aber die Stimme der NYOK ist unmissverständlich: Sozialleistungen sollten vom Rentensystem getrennt werden. Schließlich ist das Rentensystem beitrags- und versicherungsbasiert. Es sollte also darum gehen, dass die Rentenhöhe vor allem von der Versicherungsdauer und den eingezahlten Beiträgen abhängt.
Angesichts der alternden Bevölkerung ist es wichtig, dass diese Themen nicht nur hierzulande, sondern auch international Beachtung finden. Die internationalen Rechnungslegungsstandards, wie SNA 2008 und ESVG 2010, sehen eine erweiterte Berichterstattung über Renten vor. Diese umfasst auch eine zusätzliche Rententabelle, die bis heute erworbene Rentenansprüche ausweist. Für die öffentliche Wahrnehmung ist das besonders relevant, denn Rentenanwartschaften in der Sozialversicherung zählen nicht zum öffentlichen Schuldenstand. Diese Informationen sind essenziell, wenn wir die Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen bewerten wollen. Der Ausschuss für Wirtschaftspolitik (EPC) hat die demografische Alterung und deren Folgen im Blick. Dabei werden auch zukünftige Ansprüche und Ausgaben, darunter Rentenausgaben, Gesundheitsversorgung sowie Langzeitpflege, berücksichtigt.
Wichtig ist, dass wir die Diskussion über Renten weiter vorantreiben. Der EPC-Bericht zur demografischen Alterung zeigt, dass es hier nicht nur um Zahlen geht, sondern um das Leben von Millionen Menschen, die im Alter auf eine angemessene Versorgung angewiesen sind. Wenn wir uns nicht bald um die Probleme kümmern, könnte es für viele zu spät sein. Es ist also höchste Zeit, dass die Forderungen der NYOK ernst genommen werden und eine Lösung gefunden wird, die nicht nur gerecht, sondern auch zukunftsorientiert ist.
