Solidarität statt Sozialabbau: Veranstaltungsreihe in Köln thematisiert Altersarmut und Rentenpolitik
In Köln wird im Herbst 2026 eine Veranstaltungsreihe mit dem Titel „Solidarität statt Sozialabbau“ ins Leben gerufen. Ein Thema, das uns alle betrifft, denn es geht um die geplanten Kürzungen und Veränderungen bei Sozialleistungen – ein heikles Pflaster! Die Linke hat sich vorgenommen, auch über politische Gegenmaßnahmen zu diskutieren. Ein Highlight dieser Reihe ist die Veranstaltung „Gute Rente statt Altersarmut!“, die am Montag, dem 16. November 2026, um 19:30 Uhr im Bürgerzentrum Ehrenfeld, Venloer Straße 429, stattfinden wird. Hier wird Sarah Vollath, die rentenpolitische Sprecherin der Linken im Bundestag, mit Lea Reisner und weiteren Abgeordneten ins Gespräch kommen. Und das ist nur der Anfang.
Wie hart die Realität für viele Rentner:innen ist, zeigt eine alarmierende Zahl: Aktuell sind etwa 20 Prozent der Rentner:innen armutsgefährdet. Besonders in Berufen, die körperlich fordernd sind, wird es immer schwieriger, bis zum regulären Renteneintrittsalter durchzuhalten. Die Bundesregierung plant zudem, das Renteneintrittsalter weiter anzuheben – ein Schritt, der viele vor enorme Herausforderungen stellt. Die „Rente mit 63“, die für langjährig Versicherte gedacht ist, gerät dadurch in den Hintergrund, und auch die Einführung der sogenannten „Kapitalrente“ wirft Fragen auf. Hierbei soll ein Teil der Alterssicherung von der Entwicklung der Kapitalmärkte abhängen, was viele unsicher macht.
Renten- und Altersversorgung im Blick
Doch wie sieht die Realität der Renten- und Pensionsbeziehenden in Deutschland aus? Am 1. Juli 2025 bezogen rund 21,5 Millionen Menschen eine gesetzliche Rente. Darunter waren über 4,1 Millionen, die sowohl eine eigene als auch eine Hinterbliebenenrente erhielten. Das ist ein Anstieg von 3,2 % im Vergleich zu 2015. Die durchschnittliche Bezugsdauer von Alters- und Erwerbsminderungsrenten lag 2025 bei 20,7 Jahren – Frauen bezogen im Schnitt 22,2 Jahre, Männer hingegen 19,1 Jahre. Es ist also klar, dass viele Menschen die Rente auch länger in Anspruch nehmen müssen.
Das Renteneintrittsalter steigt stetig. Im Jahr 2025 lag es für Frauen und Männer im Durchschnitt bei 64,7 Jahren. Zehn Jahre zuvor war es noch deutlich niedriger. Ein Grund für diesen Anstieg ist die schrittweise Anhebung des gesetzlichen Rentenalters auf 67 Jahre. Viele Menschen entscheiden sich jedoch, aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen oder des Wunsches nach mehr Freizeit vorzeitig in den Ruhestand zu gehen. Und das, obwohl die Mehrheit der Bevölkerung auch im Alter aktiv bleiben möchte.
Armutsgefährdung und Grundsicherung
Die Zahlen sind erschreckend. 2025 waren 19,5 % der Menschen ab 65 Jahren armutsgefährdet, bei den über 75-Jährigen lag die Quote bei 19,1 %. Besonders Frauen sind betroffen: Ihre Armutsgefährdung liegt bei 21,3 %! Das sollte uns zu denken geben, denn die Grundsicherung im Alter zeigt, dass immer mehr Menschen auf staatliche Unterstützung angewiesen sind. Ende 2025 bezogen knapp 764.100 Menschen Grundsicherung im Alter – ein Anstieg von 3,4 % im Vergleich zum Vorjahr.
Die Alterssicherung in Deutschland basiert auf einem komplexen System aus gesetzlicher, betrieblicher und privater Vorsorge. Die gesetzliche Rentenversicherung ist der bedeutendste Bestandteil, und die Debatte um Reformen ist aktueller denn je. Die Herausforderungen des demografischen Wandels und die steigende Lebenserwartung machen es nötig, über neue Modelle nachzudenken. Wie kann die Altersarmut bekämpft werden? Das Dossier „Rentenpolitik“ der Bundeszentrale für politische Bildung gibt hier wertvolle Einblicke und diskutiert auch die Alterssicherung für Frauen, die häufig unter schlechteren Bedingungen leiden.
Immer mehr Menschen in Deutschland sind also betroffen von Altersarmut und den Herausforderungen der Rentenpolitik. Der kommende Herbst wird mit der Veranstaltungsreihe „Solidarität statt Sozialabbau“ in Köln ein wichtiger Anlass sein, um über Lösungen und Alternativen zu diskutieren. Die Frage bleibt: Wie können wir unsere Altersvorsorge so gestalten, dass jeder im Alter ein würdevolles Leben führen kann? Das bleibt abzuwarten.
