Neues Altersvorsorgedepot startet 2027: Chancen und Herausforderungen für Sparer
Es tut sich was in der Welt der Altersvorsorge! Ab dem 1. Januar 2027 wird das neue Altersvorsorgedepot an den Start gehen und die altehrwürdige Riester-Rente auf die Hinterbank schieben. Mehr als 25 Anbieter haben bereits ihre Teilnahme angekündigt und das klingt doch schon mal vielversprechend, oder? Ein kleiner Lichtblick für alle, die auf der Suche nach einer besseren und unkomplizierteren Lösung für ihre Altersvorsorge sind.
Stellen wir uns das Ganze mal vor: Der Staat wird bei zertifizierten Anbietern bis zu 540 Euro Grundzulage pro Jahr auf den Tisch legen. Das geht ganz einfach: Für die ersten 360 Euro Eigenbeitrag gibt’s 50 Cent Zulage je Euro, und für weitere Beiträge bis zu 1.800 Euro gibt’s 25 Cent je Euro. Ach ja, wenn ihr Kinder habt, dürft ihr euch auch über bis zu 300 Euro Kinderzulage pro Kind freuen! Und wer vor dem 25. Geburtstag einen Vertrag abschließt, kann sich einen zusätzlichen Berufseinsteigerbonus von 200 Euro schnappen. Das klingt fast zu schön, um wahr zu sein!
Das Angebot der ING
Die ING hat sich mit zwei Varianten etwas einfallen lassen. Zum einen gibt es das Altersvorsorge-Depot Relax, bei dem ihr eine Aktien- und Anleihenquote selbst wählen könnt. Wenn ihr es eher ruhig angehen wollt, investiert die ING hier in zwei weltweit streuende ETFs: einen Aktien- und einen Anleihen-ETF. Die laufenden Fondskosten sind mit 0,20 Prozent pro Jahr plus Transaktionskosten relativ günstig, vor allem wenn man bedenkt, dass diese Kosten von Anfang an festgeschrieben sind.
Auf der anderen Seite steht das Altersvorsorge-Depot Aktiv. Hier dürft ihr mehr als 1.000 ETFs und Fonds selbst auswählen – das klingt für die Selbstentscheider unter uns verlockend! Die Kosten beginnen bei 0,03 Prozent, aber die ING verrät nicht, welcher Fonds diesen Niedrigpreis bietet. Bei beiden Depotvarianten fallen keine Depotgebühren, keine Wechselgebühren und keine Ordergebühren an. Das hört sich nach einem Rundum-sorglos-Paket an!
Der Wechsel und die staatliche Förderung
Jetzt kommt der spannende Teil: Wer bereits einen Riester-Vertrag hat, kann diesen 2027 kostenlos zur ING übertragen. Zunächst wird es zwar etwas kompliziert, denn der digitale Wechsel wird erst im Laufe des Jahres 2027 möglich sein, aber das neue Depot kann schon jetzt eröffnet werden. Wenn ihr euch bis 31. Dezember 2026 in die ING-Startliste eintragt und bis 15. Februar 2027 das Depot eröffnet, winkt ein Startbonus von 50 Euro. Ganz einfach! Aber denkt daran: Wer schon eine volle Altersrente bezieht, schaut leider in die Röhre, was die Zulagen angeht.
Die Berechnung der staatlichen Zuwendungen ist übersichtlich und klar. Für eine Zulage müsst ihr jährlich mindestens 120 Euro einzahlen, was bei der ING gerade mal zehn Euro im Monat entspricht. Und für alle, die nicht vor dem 25. Geburtstag in einen förderfähigen Altersvorsorgevertrag investieren, bleibt der Berufseinsteigerbonus leider aus. Das ist schon ein bisschen schade, aber hey, besser spät als nie, oder?
Kosten und Rendite im Vergleich
Schaut man sich die Kosten im Vergleich an, wird schnell klar, dass die kostenlose Depotführung mittlerweile bei vielen Anbietern gängig ist. Der entscheidende Punkt sind vor allem die laufenden Fonds- und Produktkosten. Bei der ING liegen diese im Relax-Depot bei 0,20 Prozent jährlich, während die Sparkassen mit nur 0,10 Prozent auftrumpfen. Aber wer bei Trade Republic ist, könnte sogar noch besser dastehen, da hier die Fondskosten bei 51 ETFs vollständig erstattet werden.
Ein Beispiel, um das Ganze greifbarer zu machen: Angenommen, ihr zahlt 150 Euro monatlich ein und erhaltet die volle staatliche Zulage von 540 Euro jährlich bei einer Rendite von 5 Prozent vor Kosten über 30 Jahre. Bei der ING Relax kommt ihr auf ein Endkapital von rund 152.800 Euro. Die Sparkasse liegt mit 2.700 Euro mehr noch vorn, aber Trade Republic könnte euch sogar 5.400 Euro mehr bringen, sofern die Kostenerstattung 30 Jahre bestehen bleibt. Ein Blick über den Tellerrand lohnt sich also!
Weitere Überlegungen und Ausblick auf 2027
Eine wichtige Sache, die man im Hinterkopf behalten sollte: Das Altersvorsorgedepot muss nicht bei der Bank eröffnet werden, bei der ihr euer Girokonto führt. Das Relax-Depot bietet zwar Bequemlichkeit, könnte aber teurer sein als das Standardangebot der Sparkasse. Im Aktiv-Depot hingegen habt ihr die Möglichkeit, selbst einen breit gestreuten ETF auszuwählen, was unter Umständen günstiger sein könnte. Wer noch ein Riester-Depot bei der ING hat, kann das neue Depot eröffnen und den alten Vertrag später übertragen. So bleibt man flexibel und kann das Beste aus beiden Welten nutzen.
Abschließend bleibt zu sagen, dass das neue Altersvorsorgedepot einige vielversprechende Ansätze bietet und der Bundesrat der gesetzlichen Grundlage bereits zugestimmt hat. Die bestehenden Riester-Verträge bleiben mit Bestandsschutz bestehen, und die bereits erhaltenen Förderungen müssen nicht zurückgezahlt werden. Es wird spannend, wie das Angebot ab 2027 in der Praxis ankommt und ob sich die angepriesenen Vorteile auch wirklich bewähren werden. Schaut euch frühzeitig um und vergleicht die Angebote – euer späteres Ich wird es euch danken!
