Das Leben von Thomas S. aus Schwerin ist ein Paradebeispiel dafür, wie weit man aus dem eigenen Heimatort herauskommen kann. Seit über 20 Jahren lebt er in Australien, einem Kontinent, der für viele Deutsche ein Sehnsuchtsort ist. Thomas selbst schaut regelmäßig nach Deutschland, um Familie und Freunde zu besuchen. Seine Wurzeln hat er in Schwerin, wo er aufwuchs, eine Lehre absolvierte und seine ersten beruflichen Schritte im Plastverarbeitungswerk machte. Doch die Wende brachte massive Veränderungen mit sich: Die Beschäftigtenzahl in seinem Betrieb fiel von 1.200 auf 300. Ein harter Schlag für viele, nicht nur für Thomas.

Nach mehreren beruflichen Stationen zog es ihn schließlich nach Osnabrück. Dort lernte er seine Frau Eva kennen, und gemeinsam begaben sie sich auf eine Reise, die ihr Leben für immer verändern sollte. Ende der 1990er-Jahre besuchten sie Evas Bruder in Australien, um die Lebens- und Arbeitsmöglichkeiten vor Ort zu erkunden. Dabei war es weniger das Touristendasein, das sie interessierte, sondern vielmehr der Alltag, die Arbeitschancen und die Lebenshaltungskosten. 2003 fiel dann die Entscheidung zur Auswanderung, und sie verschifften ihr Eigentum in einem Container, um in Australien neu zu beginnen.

Ein neues Leben in Australien

Die ersten Schritte in Australien waren alles andere als einfach. Thomas arbeitete zunächst als Schlosser, bevor er in den Vertrieb und Außendienst wechselte. Nach einer beruflichen Pause ist er mittlerweile wieder als Schlosser tätig – drei Tage pro Woche. Die Freiheit und die Freizeitmöglichkeiten, die Australien bietet, schätzt er besonders. Zusammen mit Eva haben sie das Land im Geländewagen erkundet, besaßen zeitweise mehrere Boote und reisen heute mit einem Wohnwagen. Es klingt fast nach einem Traumleben, und das ist es auch in gewisser Weise.

Über die Jahre hinweg investierten sie in Immobilien, was sich als goldrichtig herausstellte. Der Wert ihrer Objekte ist deutlich gestiegen, sodass sie neben ihrem eigenen Haus auch ein vermietetes Haus besitzen. Thomas hebt hervor, dass sie vom australischen Vorsorgesystem profitieren, in das Arbeitgeber während des Berufslebens regelmäßig einzahlen. „In Deutschland hätten wir ein vergleichbares Leben nicht allein mit der Rente finanzieren können“, sagt er. Hier spielt das Einkommen eine große Rolle, aber auch der Immobilienbesitz und die private Altersvorsorge sind entscheidend. Thomas und Eva sind keine Millionäre, sondern „ganz normale Leute“ – und genau das macht ihre Geschichte so authentisch.

Die Herausforderungen der Entfernung

Obwohl das Leben in Australien viele Vorteile bietet, ist die Entfernung zur Familie eine Herausforderung, die schwer wiegt. Thomas reist regelmäßig nach Deutschland, um seine Mutter zu besuchen, die kürzlich ihren 90. Geburtstag feierte. Die Sorge um die älteren Eltern ist immer präsent, und die Tatsache, dass sie gebrechlicher werden, macht es nicht leichter. Trotzdem bleibt Schwerin ein wesentlicher Teil von Thomas’ Leben, egal wie viele Kilometer zwischen ihm und seiner Heimat liegen.

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Für all jene, die ebenfalls mit dem Gedanken spielen, nach Australien auszuwandern, gibt es einige Dinge zu beachten. Die Einwanderungsbestimmungen sind streng, und die Kosten können hoch sein. Ein passendes Visum ist unerlässlich – sei es ein Skilled Independent Visa oder ein Employer Sponsored Visa. Auch die Beantragung einer Tax File Number, die für die Arbeit und Bankgeschäfte benötigt wird, ist ein wichtiger Schritt. Und nicht zu vergessen: Das australische Rentensystem, die Superannuation, in das Arbeitgeber regelmäßig einzahlen, ist eine wertvolle Unterstützung im Alter.

Wer sich für das Abenteuer Australien entscheidet, sollte sich gut vorbereiten. Ein Bankkonto ist für den Alltag wichtig, und eine private Krankenversicherung ist oft unerlässlich, da Deutschland kein Gesundheitsabkommen mit Australien hat. Es gibt also viel zu bedenken, bevor man die Koffer packt und das Abenteuer beginnt. Doch für viele wie Thomas und Eva ist es der Schritt, der zu einem erfüllten Leben voller Möglichkeiten führt.